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Symbol des Piemont

Sacra di San Michele: die Abtei über dem Susatal

Rund 40 Kilometer westlich von Turin thront die Sacra di San Michele auf dem Gipfel des Monte Pirchiriano. Über die Scalone dei Morti und durch die Porta dello Zodiaco steigst du zur Kirche hinauf – oben wartet der Blick über das Susatal.

  • Klosterbau seit 983–987, dem Erzengel Michael geweiht
  • Scalone dei Morti mit 243 Stufen und romanisches Tierkreisportal
  • Mit Torino + Piemonte Card freier Eintritt
  • Halbtagestour ab Turin mit Bus, Guide und Eintritt

ab60,00 €pro Person

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Bewertung 4,7 von 54,7
111 Bewertungen
Buchung über GetYourGuide
Sacra di San Michele auf dem Gipfel des Monte Pirchiriano über dem Susatal
Foto: MMG Cancelli / Pexels

Sacra di San Michele auf einen Blick

Die Sacra di San Michele ist eine Abtei auf dem Monte Pirchiriano, dort, wo das Susatal in die Ebene von Turin übergeht. Sie liegt auf dem Gemeindegebiet von Sant’Ambrogio di Torino, laut Turismo Torino rund 40 Kilometer von Turin entfernt. Seit 1836 betreuen die Rosminianer-Patres die Abtei.

  • Was du siehst: Scalone dei Morti, Porta dello Zodiaco, die Kirche mit Malereien und Savoyer-Gräbern, die Panoramaterrasse und die Ruinen des Nuovo Monastero.
  • Besuchsdauer: rund 45 Minuten auf eigene Faust, 90 Minuten mit Führung. Mit Anreise und Aufstieg wird daraus ein halber bis ganzer Tag.
  • Eintritt: regulär 10,00 €, mit Torino + Piemonte Card frei.
  • Anreise: mit dem Auto bis zum Parkplatz unterhalb der Abtei, bis 31. Oktober 2026 an Wochenenden mit Zug und Bus über Avigliana, zu Fuß ab Sant’Ambrogio oder mit einer Tour ab Turin.

Die Sacra liegt an einem Pilgerweg, der laut Turismo Torino auf rund 2.000 Kilometern den Mont-Saint-Michel in Frankreich mit Monte Sant’Angelo in Apulien verbindet. Erzählt wird auch von einer „Michaelslinie“: Sieben dem Erzengel geweihte Orte von Irland bis Israel sollen auf einer Geraden liegen – der Legende nach hat der heilige Michael sie mit seinem Schwert gezogen.

Geschichte: vom Einsiedler zum Symbol des Piemont

Gegen Ende des 10. Jahrhunderts lebte auf dem Berg der Einsiedler Giovanni Vincenzo, ein Schüler des heiligen Romuald. Graf Hugo von Montboissier kam als Büßer und ließ das Kloster errichten. Der Bau begann in den Jahren 983 bis 987, fünf Benediktinermönche gründeten die Gemeinschaft. Die große Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Bis etwa Mitte des 14. Jahrhunderts blühte die Abtei. 1379 bat Graf Amadeus VI. von Savoyen, der „Grüne Graf“, den Papst wegen Misswirtschaft des Abtes, das Amt des Mönchsabtes abzuschaffen. Fortan regierten Kommendataräbte, von 1381 bis 1622 leiteten Prioren die Mönche.

1836 vertraute König Carlo Alberto von Savoyen die Sacra den Rosminianern an, der Ordensgemeinschaft von Antonio Rosmini. Papst Gregor XVI. bestätigte das im August 1836. Am 25. Oktober 1836 wurden die sterblichen Überreste von Mitgliedern des Hauses Savoyen aus dem Turiner Dom hierher gebracht – mehr dazu auf unserer Seite zum Haus Savoyen.

1991 besuchte Papst Johannes Paul II. die Abtei. Am 21. Dezember 1994 erklärte die Region Piemont die Sacra offiziell zum „monumentalen Symbol des Piemont“.

Mauern der Sacra di San Michele auf dem Felsen des Monte Pirchiriano
Foto: Frank B / Pexels

Highlights beim Rundgang

Der Rundgang führt über die Scalone dei Morti und die Porta dello Zodiaco hinauf zur Kirche, zur Panoramaterrasse und zu den Ruinen des Nuovo Monastero. QR-Codes mit Videos erklären unterwegs, was du siehst.

Scalone dei Morti

Die steile, breite Treppe aus der Mitte des 12. Jahrhunderts – laut italia.it 243 Stufen bis oben. Links trägt ein über 18 Meter hoher Pfeiler den Boden der Kirche. Ihren Namen hat die „Treppe der Toten“ von den Skeletten von Mönchen, die bis 1936 in einer Nische ausgestellt waren. Hier wurden Äbte und Würdenträger bestattet, fünf Gräber sind erhalten.

Porta dello Zodiaco

Das romanische Portal am Ende der Treppe schuf Meister Nicolao aus Piacenza um 1128–1130. Auf den Pfosten sind rechts die zwölf Tierkreiszeichen, links die Sternbilder des nördlichen und südlichen Himmels gemeißelt. Zwei lateinische Gedichte enden mit der Signatur des Künstlers.

Kirche und Königsgräber

Die Abteikirche aus dem 12. Jahrhundert mit ihren Malereien ist der Höhepunkt des Aufstiegs. In ihr ruhen Mitglieder des Hauses Savoyen, deren Sarkophage 1836 aus dem Turiner Dom hierher gebracht wurden.

Terrasse und Ruinen

Von der Panoramaterrasse schaust du ins Susatal und Richtung Turin. Daneben liegen die Ruinen des Nuovo Monastero, des „neuen Klosters“.

Sepolcro dei Monaci

Ein kleiner, sehr alter Bau aus dem 10. Jahrhundert. Vermutlich war das „Grab der Mönche“ eine Friedhofskapelle.

Torre della Bell’Alda

Um den Turm rankt sich eine Legende: Die junge Alda soll sich auf der Flucht vor Soldaten in die Tiefe gestürzt haben und von Engeln gerettet worden sein. Als sie den Sprung wiederholte, um es zu beweisen, ging es schlecht aus.

Die Sacra und „Der Name der Rose“

Turismo Torino und das offizielle italienische Tourismusportal nennen die Sacra als Inspiration für Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“. Wer die wehrhafte Klosteranlage hoch über dem Tal sieht, versteht, warum die Sacra mit dem Roman verbunden wird.

Die bekannte Verfilmung von Jean-Jacques Annaud mit Sean Connery entstand im Winter 1985/86 unter anderem im Kloster Eberbach im Rheingau. Wer also Filmkulissen sucht, findet sie eher dort – das Vorbild für die Stimmung des Romans liegt im Piemont.

Turismo Torino zählt die Sacra auch zu den magischen Orten rund um Turin. Mehr über Legenden, Symbole und das „weiße und schwarze“ Turin liest du auf unserer Seite zum magischen Turin.

Öffnungszeiten

Die Abtei hat das ganze Jahr täglich geöffnet, mit Ausnahme einer Winterpause im Januar. Laut offizieller Website gelten diese Zeiten:

TagMärz bis OktoberNovember bis Februar
Montag bis Samstag9:30–17:30 Uhr9:30–16:30 Uhr
Sonntag10:45–17:30 Uhr10:45–16:30 Uhr
FeiertageOstermontag, 25. April, 1. Mai, 2. Juni: 9:30–17:30 Uhr; 15. August: 10:45–17:30 Uhr1. November, 8. Dezember, 1. und 6. Januar: 10:45–16:30 Uhr; 25. Dezember: 13:00–16:30 Uhr

Winterpause 2026: 12. bis 30. Januar. Die Termine für Januar 2027 waren am 1. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht. Für Gottesdienste gelten eigene Zeiten. Aktuelle Infos: sacradisanmichele.com.

Eintritt und Führungen vor Ort

Den Eintritt kaufst du an der Kasse oder online. Für den Rundgang auf eigene Faust brauchst du keine Reservierung. Führungen der Abtei musst du vorab online buchen – sie finden auf Italienisch statt.

BesuchRegulärErmäßigtMit Torino + Piemonte Card
Eintritt ohne Führung (ca. 45 Minuten)10,00 €8,00 €frei
Eintritt mit Führung (ca. 90 Minuten), Sa und So 11 und 15 Uhr, im August täglich 11 Uhr15,00 €13,00 €5,00 €
Sonderführung mit Bibliothek und sonst geschlossenen Bereichen (ca. 120 Minuten), erstes Wochenende im Monat 15 Uhr20,00 €18,00 €–

Offizielle Preise laut sacradisanmichele.com, Stand Oktober 2026. Ermäßigt: Kinder von 6 bis 18 Jahren, Senioren über 65, Familien (2 Erwachsene mit mindestens 2 Kindern von 6 bis 18). Kinder unter 6 frei. Mit Abbonamento Musei gelten dieselben Vorteile wie mit der Torino + Piemonte Card. Die Sonderführung ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet. Mit dem Zug-Bus-Kombiticket gibt es 25 % Rabatt auf den Eintritt.

Halbtagestour ab Turin

Ohne Auto ist die Tour die bequemste Lösung, besonders unter der Woche, wenn kein Zubringerbus ab Avigliana fährt. Busfahrt, Guide und Eintritt sind inklusive. Die Treppen in der Abtei steigst du zu Fuß.

Sacra di San Michele ab Turin

Sacra di San Michele ab Turin

4,7 · 111 Bewertungen

⏱ 4 Stunden – 5 Stunden🗣 Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Russisch, Japanisch u. a.

Mit dem Bus ins Susatal, Führung durch die Abtei mit Scalone dei Morti und Porta dello Zodiaco, Eintritt inklusive. Abfahrt laut Anbieter an der Piazza Solferino vor dem Teatro Alfieri. Dauer vier bis fünf Stunden.

Sprachen laut Produktseite: Italienisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch, Japanisch, Portugiesisch, Spanisch – welche Sprache an welchem Termin angeboten wird, siehst du bei der Buchung. Laut Anbieter nicht geeignet für Menschen mit eingeschränkter Mobilität; bequeme Schuhe empfohlen.

ab 60,00 €

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Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher laut Produktseite. Preis, Termine und Bewertungen live von GetYourGuide.

Anreise ab Turin

Die Abtei liegt an der Via alla Sacra 14 in Sant’Ambrogio di Torino. Ohne Tour hast du vier Möglichkeiten:

Zug und Bus über Avigliana

Vom 4. April bis 31. Oktober 2026 fährst du an Samstagen, Sonn- und Feiertagen mit dem Regionalzug ab Torino Porta Nuova nach Avigliana und steigst dort in den Bus zur Sacra um. Die Fahrt dauert insgesamt 1 Stunde 10 Minuten bis 1 Stunde 40 Minuten. Das Kombiticket für Zug und Bus kostet bei Trenitalia 6,30 € pro Strecke und bringt dir 25 % Rabatt auf den Eintritt. Nur den Bus ab Avigliana kannst du im Bus für 3,60 € pro Strecke kaufen. Infos zu den Turiner Bahnhöfen findest du auf Bahnhöfe in Turin.

Zug nach Sant’Ambrogio und Aufstieg zu Fuß

Ganzjährig möglich: Die Regionalzüge der Linie SFM3 von Torino Porta Nuova Richtung Susa und Bardonecchia halten im Bahnhof Sant’Ambrogio. Vom Ort führt der Wanderweg Nr. 502, ein alter Saumpfad, in etwa 1,5 Stunden zur Abtei hinauf – rund 600 Höhenmeter. Details zu allen Wegen stehen im nächsten Abschnitt.

Mit dem Auto

Auf der Autobahn A32 Richtung Fréjus bis zur Ausfahrt „Avigliana Centro“, dann der Beschilderung „Sacra di San Michele“ folgen. Du parkst am Piazzale Croce Nera und gehst von dort etwa 800 Meter (rund 15 Minuten) zu Fuß zur Abtei. Parken kostet 2,50 € für die erste Stunde, danach 2,00 € pro Stunde. Tipps zu Mietwagen und Verkehrszonen in der Stadt: Auto fahren und Parken in Turin.

Direktbus ab Turin

Laut offizieller Website fährt ab März sonntags ein Direktbus ab der Piazza Solferino in Turin (Abfahrt 9:15 Uhr, 28,00 € hin und zurück, nur online buchbar). Das aktuelle Angebot findest du auf sacradisanmichele.com.

Barrierefreiheit

Besucher mit Behinderung dürfen mit dem Auto bis an den Fuß der Abtei fahren. Ein eigener Weg mit drei Aufzügen führt bis zur Kirche; die Aufzüge fahren um 10, 11, 12, 14, 15, 16 und 17 Uhr. Der Bahnhof Sant’Ambrogio hat laut RFI keinen Assistenzdienst und keine Aufzüge.

Wanderwege zur Sacra

Zu Fuß ist der Aufstieg der schönste Weg zur Abtei: Vom Tal aus siehst du die Sacra immer wieder über dir auf dem Felsen. Die Abtei nennt diese Wege:

  • Weg 502 ab Sant’Ambrogio di Torino: etwa 1 Stunde 30 Minuten, 600 Höhenmeter, laut Abtei leicht. Der Klassiker, mit Bahnhof im Ort.
  • Weg 503 ab Chiusa San Michele: etwa 1 Stunde 40 Minuten, 600 Höhenmeter, leicht.
  • Weg 501 ab Mortera (Avigliana): etwa 1 Stunde 30 Minuten, 300 Höhenmeter, leicht.
  • Klettersteig „Carlo Giorda“: 4 bis 5 Stunden, 600 Höhenmeter, mittel bis schwierig – nur mit Klettersteigausrüstung und Erfahrung.

„Leicht“ heißt hier: gut markiert, aber stetig bergauf. Nimm feste Schuhe und Wasser mit. Plane den Aufstieg so, dass du rechtzeitig vor Schließung oben bist, wenn du die Abtei besichtigen willst. Im Ort Sant’Ambrogio lohnt ein kurzer Blick auf die Stadtmauern, die Barockkirche San Giovanni Vincenzo und das Abteischloss.

Sacra di San Michele auf dem Monte Pirchiriano über dem Susatal, dahinter die Alpen
Foto: MMG Cancelli / Pexels

Mit der Torino + Piemonte Card kostenlos in die Sacra

Die Sacra di San Michele ist in der Torino + Piemonte Card enthalten: Der Rundgang auf eigene Faust ist frei, die Führung der Abtei kostet mit Karte 5,00 € statt 15,00 €. Lohnt sich vor allem, wenn du an den anderen Tagen Museen wie das Ägyptische Museum oder die Königlichen Museen besuchst. Im Royal Pass ist die Sacra nicht enthalten.

Mehr zur Torino Card
Torino + Piemonte Card

Kombinieren: Avigliana und Susatal

Die Sacra lässt sich gut mit einem Halt in Avigliana verbinden – dort steigst du bei der Zug-Bus-Verbindung ohnehin um. Die Kleinstadt liegt am Rand eines Moränenbeckens mit zwei kleinen Seen und trägt die „Bandiera Arancione“ des Touring Club Italiano. Im mittelalterlichen Ortskern überragen die Ruinen der Burg die Piazza Conte Rosso mit Laubengängen. Der achteckige Uhrturm aus dem 13. bis 14. Jahrhundert soll die erste öffentliche Uhr des Piemont getragen haben. Über eine Treppe erreichst du die romanisch-gotische Kirche San Pietro.

Mit dem Fahrrad verbindet eine rund 7,5 Kilometer lange Route Avigliana mit Sant’Ambrogio, entlang der Dora und mit Blick auf den Monte Pirchiriano. In Sant’Ambrogio beginnt der Saumpfad zur Sacra.

Weiter westlich führt das Susatal in die Alpen. Weitere Ziele für Tagesausflüge findest du bei unseren Ausflügen im Piemont. Planst du mehrere Tage, passt die Sacra gut als dritter Tag in die Route Turin in 3 Tagen.

Sacra di San Michele: häufige Fragen

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