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Eintritt frei

Real Chiesa di San Lorenzo: Guarinis Kuppel an der Piazza Castello

Von außen siehst du kaum eine Kirche. Innen öffnet sich über dir eine der kühnsten Kuppeln des Barock: ein Stern aus sich kreuzenden Rippen, 55 Meter hoch, gebaut von Guarino Guarini. Hier erfährst du, wie du San Lorenzo besuchst, was du dir ansehen solltest und was die Kirche mit dem Grabtuch verbindet.

  • Kuppel aus 16 sich kreuzenden Rippen, 55 Meter hoch
  • Gelübde nach der Schlacht von San Quintino 1557
  • Kopie des Grabtuchs in der Antisakristei
  • Eintritt frei, mitten an der Piazza Castello

ab39,00 €pro Person

Stadtführung mit San Lorenzo
Bewertung 4,9 von 54,9
979 Bewertungen
Buchung über GetYourGuide
Kuppel von San Lorenzo in Turin mit dem Rippenstern
Foto: Pexels

San Lorenzo auf einen Blick

Die Real Chiesa di San Lorenzo war die Hofkirche der Herzöge von Savoyen. Sie steht an der Ecke von Piazza Castello und Via Palazzo di Città, nur wenige Schritte vom Palazzo Reale und vom Palazzo Madama. Viele Besucher gehen achtlos daran vorbei, weil das Gebäude nach außen keine Kirchenfassade zeigt.

Wer hineingeht, steht in einem der wichtigsten Bauten des italienischen Barock. Der Architekt Guarino Guarini, selbst Theatinerpater, plante einen Zentralbau mit hohem Tambour und einer Kuppel, die mit allem bricht, was du aus Rom oder Florenz kennst.

  • Adresse: Via Palazzo di Città 4, 10122 Turin (Piazza Castello)
  • Eintritt: frei
  • Besichtigung: Montag bis Samstag 9–12 und 15:30–18 Uhr, Sonn- und Feiertage 15:30–18 Uhr
  • Website: sanlorenzo.torino.it

Geschichte: vom Gelübde 1557 zur Einweihung 1680

Am 10. August 1557 besiegte Herzog Emanuele Filiberto von Savoyen das französische Heer bei San Quintino, dem heutigen Saint-Quentin in der Picardie. Es war der Tag des heiligen Laurentius. Emanuele Filiberto und Philipp II. von Spanien versprachen deshalb, dem Heiligen eine Kirche zu bauen.

1563 verlegte Emanuele Filiberto die Hauptstadt nach Turin. Das Gelübde erfüllte er zunächst nur provisorisch: Eine ältere, mittelalterliche Kirche im Viertel der Regierungspaläste wurde San Lorenzo geweiht. Hier fand 1578 das Grabtuch seinen ersten Platz in Turin, als es aus Chambéry gebracht wurde – um Karl Borromäus die Pilgerreise zu erleichtern.

Ein Neubau ließ lange auf sich warten. Vittorio Amedeo I. übertrug die Kirche dem Theatinerorden, am 6. Juni 1634 wurde der Grundstein nach einem Entwurf von Carlo di Castellamonte gelegt. Noch 1650 stand aber nur eine provisorische Kirche unter den Arkaden des Platzes. 1664 begann ein weiterer Anlauf nach Plänen von Amedeo di Castellamonte.

Den Durchbruch brachte Guarino Guarini, der 1666 nach Turin kam. Ab 1670 wurden die Fundamente nach seinem Entwurf gelegt. Am 27. Oktober 1679 setzte man das Kreuz auf die Laterne der fertigen Kuppel, am 12. Mai 1680 feierte Guarini selbst die erste Messe. Altäre, Stuck, Statuen und Boden folgten bis 1696.

Spätere Eingriffe prägen das Bild bis heute: eine Restaurierung von 1823 bis 1828, die Ausmalung von Kuppel und Kapellen ab 1829, die Reparatur der Bombenschäden von 1943 in den Jahren 1956/57 und Restaurierungen zu den Grabtuch-Ausstellungen 1998 und 2000. 2022/23 wurden Hochaltar und Presbyterium restauriert.

Die Kuppel: ein Stern aus sich kreuzenden Rippen

Stell dich in die Mitte des Raums und schau nach oben. Statt einer geschlossenen Halbkugel siehst du ein Geflecht aus Bögen. Acht Bogenpaare, zusammen 16 Rippen, kreuzen sich und bilden einen achtzackigen Stern. In seiner Mitte sitzt das regelmäßige Achteck der Laterne. Die offizielle Beschreibung der Kirche nennt die Form einen „umgedrehten Korb“.

Zwischen den Rippen öffnen sich Fenster in den Gewölbekappen. Das Licht fällt dadurch von vielen Seiten ein, die Konstruktion wirkt leicht und fast schwebend. Vom Boden bis zum Scheitel der Kuppel sind es 55 Meter.

Guarini war nicht nur Architekt, sondern auch Mathematiker. Er entwickelte die Kuppel aus Überlegungen zu Kegelschnitten und zur Stereometrie. Gleichzeitig sollte der Bau den Blick nach oben ziehen, zum Licht – Rechnung und Glaube in einem Bild.

Tipp: Die Kuppel wirkt am stärksten, wenn Tageslicht durch die Fenster fällt. Komm also lieber am Vormittag oder am frühen Nachmittag als kurz vor Schluss an einem trüben Wintertag.

Warum du die Kirche von außen fast übersiehst

San Lorenzo hat keine Kirchenfassade. Guarini plante zwar eine, gebaut wurde sie nie. Zur Piazza Castello hin fügt sich der Bau in die Häuserfront ein, nur Kuppel und Laterne ragen darüber hinaus. Vom Platz aus siehst du deshalb vor allem die Kuppel, nicht die Kirche.

Dem eigentlichen Kirchenraum ist das Oratorium der Addolorata vorgelagert, fast wie eine Vorhalle. Es erhielt seine heutige Form 1846. Der Kontrast zwischen unscheinbarem Äußeren und hohem, lichtem Kuppelraum gehört zum Erlebnis.

Die Adresse lautet Via Palazzo di Città 4, an der Ecke zur Piazza Castello. Achte auf die Kuppel über dem Dach: Sie zeigt dir, wo du hin musst.

Historische Straßenbahn auf der Piazza Castello
Foto: Pexels

Was du in der Kirche sehen solltest

Neben der Kuppel lohnt ein Rundgang durch die Kapellen. Die Kirche beschreibt sie auf ihrer Website einzeln.

Kuppel und Laterne

Der Stern aus 16 Rippen mit dem Achteck der Laterne. Am besten aus der Mitte des Raums direkt nach oben schauen.

Hochaltar

Entstanden ab 1680, geweiht 1696. 2022/23 wurden Hochaltar und Presbyterium restauriert.

Kapellen und Chor

Seitenkapellen unter anderem der Unbefleckten Empfängnis, der Geburt Christi, der Verkündigung, des Gekreuzigten und des heiligen Kajetan. Stuck und Statuen wurden bis 1696 fertig, das Chorgestühl stammt von 1730.

Grabtuch-Kopie

In der Antisakristei hängt eine Kopie des Grabtuchs, dazu die Negative des Fotografen Secondo Pia. Der Raum ist nur mit Einschränkungen zugänglich.

San Lorenzo und das Grabtuch

San Lorenzo ist eng mit dem Turiner Grabtuch verbunden. Als die Savoyer das Tuch 1578 aus Chambéry nach Turin holten, fand es seinen ersten Platz in der damaligen, provisorischen Kirche San Lorenzo.

Heute siehst du hier nicht das Original, sondern eine Kopie. Sie hängt in der Antisakristei, zusammen mit den Negativen von Secondo Pia, dessen Fotos des Tuchs berühmt wurden. Ehrenamtliche erklären die Kopie zu den angeschlagenen Zeiten. Der Raum ist nicht immer offen – frag am Eingang.

Viele Ehrenamtliche der Kirche haben sich bei den öffentlichen Ausstellungen des Grabtuchs von 1998 bis 2015 zusammengefunden. Zu den Ausstellungen 1998 und 2000 wurde die Kirche restauriert.

Das Original liegt heute im Dom, wenige Minuten zu Fuß entfernt. Es wird nur zu besonderen Ausstellungen gezeigt. Wer mehr über die Forschung zum Tuch wissen will, besucht das Museo della Sindone im Quadrilatero Romano.

San Lorenzo oder Cappella della Sindone?

Die beiden Bauten werden oft verwechselt, denn beide stammen von Guarini und liegen nur wenige Schritte auseinander.

  • Real Chiesa di San Lorenzo: eigenständige Kirche an der Piazza Castello, bis heute Gotteshaus mit Messen. Eintritt frei, kein Ticket nötig.
  • Cappella della Sindone (Grabtuchkapelle): Kapelle zwischen Palazzo Reale und Dom. Guarini übernahm den Bau ab 1666. Von 1694 bis 1993 lag dort das Grabtuch. Nach dem Brand im April 1997 wurde die Kapelle aufwendig restauriert und am 27. September 2018 wieder geöffnet. Sie gehört heute zum Rundgang der Musei Reali und ist nur mit deren Ticket zugänglich.

Wenn du dich für Guarinis Architektur interessierst, kombinierst du beide: erst San Lorenzo mit freiem Eintritt, dann die Musei Reali mit der Grabtuchkapelle. So siehst du zwei völlig verschiedene Kuppeln desselben Architekten an einem Vormittag.

Öffnungszeiten und Messen

San Lorenzo ist eine aktive Kirche. Während der Gottesdienste sind keine Besichtigungen möglich. Für Besucher gelten diese Zeiten:

TagBesichtigungHeilige Messe
Montag bis Samstag9:00–12:00 und 15:30–18:00 Uhr8:00 und 18:30 Uhr
Sonn- und Feiertage15:30–18:00 Uhr (vormittags keine Besichtigung)9:30, 11:00, 12:00 und 18:30 Uhr

Eintritt frei. Laut offizieller Website ist die Kirche werktags von 7:30 bis 12 und von 15:30 bis 19 Uhr geöffnet; außerhalb der Besichtigungszeiten ist sie dem Gebet vorbehalten. Stand Oktober 2026, aktuelle Zeiten: sanlorenzo.torino.it.

Besuch: Führungen, Regeln, Tipps

Führungen vor Ort: Ehrenamtliche erklären die Kirche während der Besichtigungszeiten, kostenlos und auf Italienisch. Manche sprechen weitere Sprachen, garantiert ist das aber nicht. Eine Anmeldung ist laut Turismo Torino nicht mehr nötig.

Pietre Vive: Die Gruppe bietet einmal im Monat eine kostenlose Führung durch die Kirche an, mit Blick auf Kunst und Glauben. Die Termine stehen auf ihren Social-Media-Kanälen (Instagram: pietrevive_torino).

Regeln: Gruppen sind auf 15 Personen begrenzt. Trag angemessene Kleidung. Selfies sind nicht erlaubt; verhalte dich während Gebet und Messe ruhig.

Gut kombinieren: San Lorenzo liegt mitten in Turins Sehenswürdigkeiten. Direkt nebenan liegen die Musei Reali und der Palazzo Madama, ein paar Minuten weiter der Dom und das Quadrilatero Romano. Wie du das Zentrum an einem Tag schaffst, zeigt unsere Route Turin an einem Tag.

Lage und Anfahrt

San Lorenzo liegt an der Piazza Castello, dem zentralen Platz der Altstadt. Der Eingang ist in der Via Palazzo di Città 4, Ecke Piazza Castello.

  • Zu Fuß: Von den Bahnhöfen Porta Nuova und Porta Susa sind es jeweils rund 2 Kilometer, etwa über die Via Roma bzw. die Via Garibaldi.
  • Bus und Tram: Mehrere GTT-Linien halten an der Piazza Castello und in der Umgebung. Fahrscheine und Linien findest du auf unserer Seite zum Nahverkehr in Turin.
  • Auto: Das Zentrum liegt in der verkehrsbeschränkten Zone (ZTL). Nutze eines der Parkhäuser am Rand, etwa unter der Piazza Castello oder der Piazza San Carlo.
  • Hop-on Hop-off: Alle drei Linien starten an der Piazza Castello, siehe Hop-on-Hop-off-Bus Turin.

Stadtführungen mit San Lorenzo

Für San Lorenzo selbst brauchst du kein Ticket. Wenn du die Kirche im Zusammenhang mit der Piazza Castello und den Savoyer-Palästen erleben willst, passen diese Touren:

Highlights-Rundgang 2 h

Highlights-Rundgang 2 h

4,9 · 979 Bewertungen

⏱ 2 Stunden🗣 Englisch, Italienisch

Rundgang in kleiner Gruppe über Piazza San Carlo und Piazza Carignano zur Piazza Castello mit Palazzo Reale, Palazzo Madama und der Kirche San Lorenzo; Ende an der Mole Antonelliana. Sprachen laut Anbieter: Englisch, Italienisch. Treffpunkt: Piazza C.L.N., am Brunnen.

ab 39,00 €

Details & Buchung
Palazzo Reale + Rundgang

Palazzo Reale + Rundgang

Führung durch den Königspalast mit Eintritt, danach Stadtrundgang durchs Zentrum, laut Anbieter auch zu San Lorenzo. Rund 3 Stunden, Sprachen: Englisch, Italienisch. Treffpunkt: Piazzetta Reale 1.

ab 79,90 €

Details & Buchung
Führung Palazzo Reale

Führung Palazzo Reale

4,8 · 609 Bewertungen

⏱ 2 Stunden🗣 Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch

Zweistündige Führung mit Eintritt durch die königlichen Gemächer und die Rüstkammer, direkt neben San Lorenzo. Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch.

ab 59,00 €

Details & Buchung

Bei allen drei Touren ist laut Anbieter eine kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher möglich. Ob die Kirche innen besichtigt wird, geben die Anbieter nicht an – den Innenraum kannst du zu den Öffnungszeiten jederzeit kostenlos selbst besuchen.

Torino Card: für die Museen rund um San Lorenzo

San Lorenzo kostet keinen Eintritt, dafür brauchst du keine Karte. Für die Nachbarn lohnt sie sich: Mit der Torino + Piemonte Card besuchst du die Musei Reali mit der Grabtuchkapelle, den Palazzo Madama und das Museo della Sindone ohne weiteren Eintritt.

Mehr zur Torino Card
Torino + Piemonte Card

Savoyer-Residenzen mit dem Royal Pass

San Lorenzo war die Hofkirche der Savoyer. Ihre Paläste besuchst du mit dem Royal Pass: Er gilt 96 Stunden für 16 Residenzen, darunter Musei Reali und Palazzo Madama an der Piazza Castello.

Mehr zum Royal Pass
Palazzo Reale an der Piazza Castello in Turin

San Lorenzo Turin: häufige Fragen

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