Casa Maffei
Corso Montevecchio 50. Entwurf von Antonio Vandone di Cortemiglia, datiert 1904. Im Inventar als Bau von historisch-künstlerischem Wert geführt, bei der Regione Piemonte als Beispiel für den Turiner Liberty genannt.
Stadtviertel
Südwestlich des Bahnhofs Porta Nuova liegt die Crocetta: breite Alleen, Villen und Wohnhäuser aus der Zeit um 1900, laut Turismo Torino der schickste Markt der Stadt und das Politecnico. Ein Viertel zum Schauen und Schlendern, nicht zum Abhaken.
ab10,00 €pro Person
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Die Crocetta liegt südwestlich des Bahnhofs Porta Nuova. Im Norden reicht sie an den Corso Vittorio Emanuele II, im Osten bilden die Bahngleise die Grenze, dahinter beginnt San Salvario. Nach Süden und Westen zieht sich das Viertel bis zum Corso Castelfidardo und Corso Mediterraneo.
Verwaltungstechnisch gehört die Crocetta zur Circoscrizione 1 „Centro – Crocetta“, also zum selben Bezirk wie die Innenstadt. Turismo Torino nennt sie eines der schicksten Viertel der Stadt, zugleich ein Zentrum für Universität und Innovation, mit Jugendstilbauten an den Alleen.
Der älteste Teil im Norden, nahe dem Corso Vittorio Emanuele II, ist der Borgo San Secondo mit der Kirche San Secondo von 1867. Der Kern der Crocetta mit dem Markt am Largo Cassini und der Pfarrkirche liegt weiter südlich.
Die wichtigsten Achsen für Besucher:
Große Sehenswürdigkeiten wie in der Altstadt gibt es hier nicht. Die Crocetta lohnt sich für einen Spaziergang an Fassaden entlang, einen Marktbesuch am Vormittag und als Kontrast zu den Sehenswürdigkeiten der Innenstadt.
Den Namen hat das Viertel von der Kirche „alla Crocetta“. Laut einem Turiner Stadtführer des 19. Jahrhunderts, den MuseoTorino digitalisiert hat, ließ Maddalena Gropella da Soncino 1588 eine Kapelle zu Ehren der Madonna delle Grazie bauen. 1617 übertrug Herzog Carlo Emanuele I. sie den Trinitariern, Kardinal Maurizio di Savoia legte im selben Jahr den Grundstein für die Kirche. 1621 zogen die Trinitarier ein, 1728 wurde die Kirche Pfarrei. Der Ort lag damals vor der Stadt: Derselbe Führer beschreibt, wie man vom Ende des Corso Principe Umberto „in wenigen Minuten“ zum Borgo della Crocetta gelangt.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts war die Gegend Ackerland. Im 19. Jahrhundert entstand am Corso Vittorio Emanuele II der Borgo San Secondo mit regelmäßigem Straßenraster. Zwischen 1875 und 1900 wurden die Blocks zwischen Corso Vittorio Emanuele II, Corso Re Umberto, Corso Stati Uniti und Corso Duca degli Abruzzi geplant mit Villen bebaut.
Den entscheidenden Schub brachte das 20. Jahrhundert. Die Piazza d’Armi, der Exerzierplatz, wurde 1904 verlegt. Auf der frei gewordenen Fläche entstand nach dem Bebauungsplan von Giovanni Chevalley, genehmigt 1912, ein neues Viertel mit runden Plätzen und diagonalen Straßen. Gebaut wurden Mietshäuser für gehobene Ansprüche und, zwischen Corso Montevecchio, Corso Galileo Ferraris, Corso Trento, Corso Arimondi und Corso Duca degli Abruzzi, ein geplantes Villenquartier, dessen Grundstücke in den 1920er-Jahren parzelliert wurden.
Die heutige Pfarrkirche, die Beata Vergine delle Grazie in der Via Marco Polo 8, entstand 1887 nach Plänen von Ferrari d’Orsara im neomittelalterlichen Stil. Im Viertel heißt sie einfach „la Crocetta“.
Ganz so bürgerlich, wie das heute wirkt, war die Crocetta nie. In der Via Pigafetta stehen Arbeiterhäuser, die der Wermuthersteller Martini & Rossi 1889 bauen ließ, und genossenschaftliche Wohnhäuser von Pietro Fenoglio aus den Jahren 1903 bis 1909 – mehr dazu im Abschnitt zu den Liberty-Bauten.
„Liberty“ ist der italienische Name für den Jugendstil. Turin war um 1900 eines seiner Zentren. Die Regione Piemonte nennt als Beispiele den Palazzo Maffei am Corso Montevecchio 50 und mehrere Häuser am Corso Galileo Ferraris und am Corso Re Umberto, erkennbar an Schmiedeeisen, bunten Glasfenstern und floralen Motiven.
Die folgenden Bauten sind im Inventar „Beni Culturali Ambientali nel Comune di Torino“ von 1984 erfasst, das MuseoTorino digital bereitstellt. Adresse, Architekt und Jahr stammen von dort. Fast alle sind Wohnhäuser in Privatbesitz: Du siehst sie nur von außen, bitte nicht in Hauseingänge oder Gärten gehen.
Sortiert etwa in der Reihenfolge unseres Spaziergangs weiter unten. Baujahr laut Inventar von 1984.
Corso Montevecchio 50. Entwurf von Antonio Vandone di Cortemiglia, datiert 1904. Im Inventar als Bau von historisch-künstlerischem Wert geführt, bei der Regione Piemonte als Beispiel für den Turiner Liberty genannt.
Corso Montevecchio / Corso Trieste / Corso Galileo Ferraris. Werk des Bildhauers Luigi Contratti von 1903, im Inventar als sein Meisterwerk bezeichnet. Es ehrt den Physiker und Ingenieur Galileo Ferraris, nach dem auch die Allee benannt ist.
Corso Galileo Ferraris 70, Ecke Corso Trento. Gebaut 1916 von Giuseppe Momo. Eine der Villen, die das Bild des Corso prägen.
Corso Galileo Ferraris 78, Ecke Corso Einaudi. Michele Frapolli, 1905. Laut Inventar typisch für den floralen Stil des frühen 20. Jahrhunderts.
Corso Galileo Ferraris / Corso Einaudi / Via Vico. Kein Liberty, sondern älter: der Wohnteil eines Gutshofs aus dem 18. Jahrhundert – ein Rest aus der Zeit, als hier noch Felder lagen.
Via Vico 2. Pietro Betta, 1912. Das Inventar nennt sie ein bedeutendes Beispiel für Liberty im Stil Josef Hoffmanns, also geometrischer und strenger als die floralen Häuser.
Wohnhaus von Michele Frapolli aus dem Jahr 1911, laut Inventar ein typisches Beispiel für geometrischen Liberty mit eklektischen Zügen. Ganz in der Nähe des Marktes.
Wohnhaus von E. Ballatore di Rosana, 1911, ebenfalls im „Hoffmann-Liberty“.
Via Da Verrazzano / Via Dego. Öffentliches Badehaus der Stadt, nach 1908 vom Stadtarchitekten Dolza geplant. Liberty für alle: ein Zweckbau mit Jugendstil-Fassade.
Via Polo 35 und 37, Via Pigafetta 6 und 12. Genossenschaftliche Wohnhäuser von Pietro Fenoglio, 1903 bis 1909. Fenoglio ist der bekannteste Liberty-Architekt Turins.
Via Pigafetta 44–48, Via Da Verrazzano 41 und 43. Arbeiterhäuser von Camillo Riccio aus dem Jahr 1889, kein Liberty, aber Teil der Geschichte des Turiner Wermuts.
Ecke Corso Sommeiller / Via Governolo. Wohnhaus von 1911, laut Inventar ein bedeutendes Beispiel für den floralen Stil des frühen 20. Jahrhunderts. Am Ostrand der Crocetta, nahe den Gleisen.
Wer gezielt wegen des Jugendstils nach Turin kommt, sollte wissen: Die bekanntesten Bauten, etwa die Casa Fenoglio-La Fleur in der Via Principi d’Acaja 11 von 1902, die das Inventar als Fenoglios Meisterwerk bezeichnet, stehen nicht in der Crocetta, sondern im Viertel Cit Turin nordwestlich von Porta Susa. Die Crocetta ist das ruhigere Gegenstück: weniger Prunkfassaden, dafür ganze Straßenzüge aus der Zeit um 1900. Für Cit Turin gibt es geführte Liberty-Rundgänge, einen davon findest du unten.
Der Mercato della Crocetta ist der Grund, warum viele Turiner überhaupt in die Crocetta fahren. Die Stände ziehen sich vom Largo Cassini über die Via Marco Polo bis zum Vicolo Crocetta und entlang des Corso De Gasperi. Turismo Torino nennt ihn den schicksten Markt der Stadt.
Laut Stadt Turin hat der Markt rund ein Jahrhundert Geschichte. Bekannt ist er für Kleidung, Schuhe und Accessoires, das Viertel drumherum bezeichnet die Stadt als echtes Modeviertel. Daneben gibt es Lebensmittel und Modeschmuck.
Gut zu wissen:
Am Largo Cassini 7 steht übrigens das ehemalige Convalescenziario Crocetta von 1880, ein Heim für Genesende. Der kleine Platz selbst mit seinen Häusern steht im Inventar von 1984 als Ensemble von Wert.
Wer Märkte liebt, findet den großen Gegenentwurf in der Altstadt: den Markt von Porta Palazzo, laut Stadt Turin der größte Freiluftmarkt Europas.
Politecnico di Torino. Die Technische Hochschule hat ihre Wurzeln in der Scuola di Applicazione per gli Ingegneri von 1859, als Regio Politecnico gibt es sie seit 1906. Lange saß sie im Castello del Valentino in San Salvario, das ihr bis heute gehört. Im November 1958 eröffnete der große Komplex am Corso Duca degli Abruzzi 24, entworfen von Giovanni Muzio und Cesare Bairati. Seitdem prägen Studierende das Viertel; später kam die Erweiterung zur „Cittadella Politecnica“ dazu. Das Gelände ist ein Hochschulcampus, kein Museum.
Laut Turismo Torino liegen gegenüber dem Politecnico die Giardini del Fante, deren Glyzinien im Frühling lila blühen. Am Corso Mediterraneo steht der Igloo-Brunnen von Mario Merz: eine Iglu-Form aus Steinplatten mit Neonlicht, das die Himmelsrichtungen anzeigt.
GAM – Galleria Civica d’Arte Moderna e Contemporanea. Am Nordrand des Viertels, in der Via Magenta 31 Ecke Corso Galileo Ferraris, zeigt die GAM Malerei, Skulptur, Fotografie und Videokunst vom 19. Jahrhundert bis heute. Turin war die erste Stadt Italiens mit einer öffentlichen Sammlung moderner Kunst. Das Museumsgebäude aus den 1950er-Jahren geht auf einen Wettbewerbsentwurf von Goffredo Bassi und Carlo Boschetti zurück.
Mehr Museen findest du in unserer Übersicht Museen in Turin. Wenn du an einem Montag unterwegs bist, hilft dir die Liste der Museen, die montags geöffnet sind. Turismo Torino zählt außerdem die OGR zu diesem Stadtteil: die früheren Reparaturwerkstätten der Eisenbahn, heute ein Kultur- und Innovationszentrum.
Beide Viertel grenzen an den Bahnhof Porta Nuova, getrennt nur durch die Gleise. Trotzdem fühlen sie sich völlig verschieden an.
| Crocetta | San Salvario | |
|---|---|---|
| Lage | westlich der Gleise, südwestlich von Porta Nuova | östlich der Gleise, zwischen Porta Nuova und Po |
| Bezirk | Circoscrizione 1 (Centro – Crocetta) | Circoscrizione 8 |
| Charakter | ruhiges, gehobenes Wohnviertel mit Alleen und Villen | dichtes Altbauviertel, multikulturell, abends voll |
| Architektur | Liberty-Häuser und Villen um 1900, Pläne von 1912 | Mietshäuser des 19. Jahrhunderts, Synagoge, Waldenserkirche |
| Tagsüber | Mercato della Crocetta, GAM, Spaziergang | Parco del Valentino, Castello, Botanischer Garten |
| Abends | eher still | Aperitivo und Nachtleben rund um den Largo Saluzzo |
Unsere Empfehlung: Vormittags Markt und Liberty-Häuser in der Crocetta, nachmittags über Porta Nuova hinüber in den Valentino-Park und abends zum Aperitivo nach San Salvario.
Ein Rundgang für einen Vormittag, am besten an einem Werktag oder Samstag, wenn Markt ist. Planst du die GAM ein, denk an den Ruhetag am Montag.
Vom Bahnhof Porta Nuova gehst du auf der Westseite in die Via Sacchi. Zwischen Via Magenta und Corso Sommeiller reihen sich Wohn- und Geschäftshäuser aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Über die Via Magenta erreichst du die GAM an der Ecke Corso Galileo Ferraris. Wenn du ins Museum willst, ist jetzt der richtige Moment.
Folge der Allee nach Süden bis zum Galileo-Ferraris-Denkmal von 1903. Am Corso Montevecchio 50 steht die Casa Maffei.
Weiter auf dem Corso Galileo Ferraris: Nr. 70 ist die Villa Frassati von 1916, Nr. 78 an der Ecke Corso Einaudi die Casa Gamna von 1905.
In der Via Vico siehst du die Reste der Villa Rignon und an Nr. 2 die Casa Avezzano. Von dort ist es nicht weit zur Via Cassini 21.
Am Largo Cassini und entlang des Corso De Gasperi bist du mitten im Markt. Gleich daneben steht in der Via Marco Polo 8 die Kirche Beata Vergine delle Grazie von 1887.
Wer noch weiterlaufen will, geht zu Fenoglios Genossenschaftshäusern in der Via Polo und Via Pigafetta und zu den Martini-&-Rossi-Häusern weiter hinten in der Via Pigafetta.
Zum Abschluss erreichst du das Politecnico am Corso Duca degli Abruzzi. Zurück ins Zentrum fährst du mit Bus oder Tram oder gehst zur Metro am Corso Vittorio Emanuele II.
Eine eigene Führung nur durch die Crocetta haben wir bei den großen Anbietern nicht gefunden. Für das Viertel brauchst du auch keine: Die Häuser sind von der Straße aus zu sehen. Sinnvoll sind das GAM-Ticket und, wenn dich Jugendstil begeistert, ein Liberty-Rundgang in Cit Turin.

Offizielles Ticket der Fondazione Torino Musei für die Galerie für moderne Kunst in der Via Magenta 31, einen Tag gültig, inklusive Wechselausstellungen. Montags geschlossen.
ab 10,00 €
Details & Buchung
Zweistündiger Rundgang zu Turins Jugendstil, u. a. zur Casa Fenoglio-La Fleur und zum Villino Raby in Cit Turin, mit Kaffeepause in einem traditionellen Café. Treffpunkt an der Metrostation Principi d’Acaja. Sprachen: Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch.
ab 79,00 €
Details & BuchungBei beiden Angeboten ist laut Anbieter eine kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher möglich. Weitere geführte Rundgänge findest du bei unseren Stadtführungen in Turin.
Alle Tickets und Tarife für Bus, Tram und Metro findest du auf unserer Seite zum Nahverkehr in Turin. Mehr zu Porta Nuova und Porta Susa liest du bei den Bahnhöfen in Turin.
Das Viertel selbst kostet nichts: Straßen, Markt und Fassaden sind frei. Mit der Torino + Piemonte Card ist der Eintritt in die GAM frei, sonst zahlst du regulär 10 €. Lohnen wird sich die Karte, wenn du am selben Tag noch weitere Museen in der Innenstadt besuchst. Der Royal Pass enthält die GAM nicht – er ist für die Residenzen der Savoyer gedacht. Welche Karte zu dir passt, zeigt unser Vergleich Torino Card vs. Royal Pass.

Südwestlich des Bahnhofs Porta Nuova, westlich der Bahngleise und südlich des Corso Vittorio Emanuele II. Das Viertel gehört zur Circoscrizione 1 „Centro – Crocetta“.
Von der Kirche „alla Crocetta“. Sie geht auf eine Kapelle von 1588 zurück, 1617 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt, die die Trinitarier betreuten. Die heutige Pfarrkirche Beata Vergine delle Grazie in der Via Marco Polo stammt von 1887.
Vor allem am Corso Galileo Ferraris (Villa Frassati Nr. 70, Casa Gamna Nr. 78), am Corso Montevecchio 50 (Casa Maffei), in der Via Vico 2 (Casa Avezzano) und in der Via Cassini 21. Es sind Privathäuser, die du nur von außen ansehen kannst.
Turins Märkte finden von Montag bis Samstag statt, sonntags nicht. Feste Uhrzeiten veröffentlicht die Stadt für die Crocetta nicht auf ihrer Website, aktuelle Angaben stehen in der App Torino Mercati. Am besten gehst du vormittags hin.
Bekannt ist der Markt für Kleidung, Schuhe und Accessoires, daneben gibt es Lebensmittel und Modeschmuck. Er liegt am Largo Cassini, in der Via Marco Polo, im Vicolo Crocetta und am Corso De Gasperi.
Beide liegen am Bahnhof Porta Nuova, aber auf verschiedenen Seiten der Gleise. Die Crocetta ist ein ruhiges, gehobenes Wohnviertel mit Villen und Liberty-Häusern. San Salvario ist dichter, multikulturell und abends eines der Ausgehviertel Turins.
Der Sitz am Corso Duca degli Abruzzi 24 ist ein Hochschulcampus und kein Museum; die Fassade und das Umfeld siehst du von der Straße aus. Das Gebäude von Giovanni Muzio und Cesare Bairati wurde im November 1958 eröffnet.
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Kassenschluss 17 Uhr, montags geschlossen. Der offizielle Eintritt kostet 10 €, ermäßigt 8 €, bis 18 Jahre ist er frei. Mit der Torino + Piemonte Card zahlst du nichts.
Vom Bahnhof Porta Nuova zu Fuß oder mit der Metro bis Re Umberto am Corso Vittorio Emanuele II. Für den Markt und den Süden des Viertels nimmst du ab dort Bus oder Tram oder läufst etwas weiter.