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Turins Marienheiligtum

Santuario della Consolata: Turins Marienwallfahrtskirche

Die Consolata ist die Kirche, an der das Herz vieler Turiner hängt: ein Barockbau von Guarini und Juvarra neben einem mittelalterlichen Glockenturm, voller gemalter Dankesbilder. Gegenüber serviert das Caffè Al Bicerin seit 1763 das berühmte Schichtgetränk.

  • Täglich geöffnet, laut Turismo Torino von 8 bis 19:30 Uhr
  • Kein Ticket nötig – die Consolata ist eine aktive Kirche
  • Über 2000 handgemalte Ex-Voto-Bilder
  • Fest der Consolata jedes Jahr am 20. Juni mit Prozession

Die Consolata auf einen Blick

Das Santuario della Consolata, offiziell das Heiligtum der Maria Consolatrice, der „Trösterin“, ist Turins großes Marienheiligtum. Die Madonna della Consolata ist die Schutzpatronin der Erzdiözese Turin. Für viele Turiner ist die Kirche mehr als eine Sehenswürdigkeit: Hier zünden sie Kerzen an, feiern Messe und hängen seit Jahrhunderten Bilder als Dank für Hilfe in der Not auf.

Die Kirche steht am Westrand des Quadrilatero Romano, des ältesten Viertels der Stadt. Von außen fallen drei Dinge auf: die klassizistische Säulenvorhalle, die Kuppel und daneben der schlichte Glockenturm, der viel älter ist als der Rest der Kirche.

Was dich erwartet:

  • Architektur: mittelalterlicher Glockenturm, Umbau von Guarino Guarini ab 1678, ovales Presbyterium und Hochaltar von Filippo Juvarra.
  • Volksfrömmigkeit: eine Galerie mit über 2000 handgemalten Votivbildern.
  • Unterkirche: die Kapelle der Madonna delle Grazie aus dem Mittelalter.
  • Genuss: das Caffè Al Bicerin direkt gegenüber.

Die Kirche selbst ist schnell besichtigt. Zusammen mit einem Bicerin und einem Spaziergang durch die Gassen wird daraus leicht ein halber Vormittag.

Geschichte: von Sant’Andrea zum Barockheiligtum

Eine Kirche mit sehr alten Wurzeln

An dieser Stelle stand ursprünglich eine Kirche, die dem heiligen Andreas geweiht war. Laut Turismo Torino bestand sie schon im 10. Jahrhundert. Aus dem Mittelalter sind zwei Teile erhalten: der Glockenturm und die Unterkapelle der Madonna delle Grazie. Der Turm ist romanisch und deutlich älter als die heutige Kirche.

Die Legende von 1104

Die Verehrung der Consolata geht auf eine Legende zurück. 1104 soll ein blinder Mann aus Briançon in den Trümmern der Kirche ein verschollenes Marienbild gefunden und dabei sein Augenlicht wiedererlangt haben. Laut Überlieferung geschah das am 20. Juni. Seitdem feiert Turin an diesem Tag das Fest der Consolata mit einer Prozession.

Guarini und Juvarra

1678 wurde die Kirche nach Plänen von Guarino Guarini grundlegend umgebaut und erweitert. Guarini schuf in Turin auch die Kapelle des Grabtuchs und die Kirche San Lorenzo. Das neue Heiligtum wurde 1704 eingeweiht.

1706 belagerten französische Truppen Turin. Nach dem Ende der Belagerung wandte sich die Stadt an die Consolata: 1714 erklärte der Stadtrat sie zur besonderen Beschützerin Turins. 1729 fügte Filippo Juvarra, der Architekt der Basilica di Superga, das ovale Presbyterium hinzu. Von ihm stammt auch der prunkvolle Hochaltar.

19. und 20. Jahrhundert

Die klassizistische Fassade mit der Säulenvorhalle entstand 1860. Von 1899 bis 1904 wurde die Kirche unter Leitung von Carlo Ceppi noch einmal erweitert. In diese Zeit fällt das Wirken von Giuseppe Allamano. Er leitete das Heiligtum fast 50 Jahre lang als Rektor und gründete 1901 die Missionare der Consolata. Am 20. Oktober 2024 wurde er heiliggesprochen.

Die Consolata in Jahreszahlen

Die wichtigsten Etappen im Überblick:

JahrEreignis
10. JahrhundertKirche Sant’Andrea besteht bereits
MittelalterGlockenturm und Unterkapelle Madonna delle Grazie
1104Legende: Ein Blinder findet das Marienbild und wird geheilt
1678Umbau nach Plänen von Guarino Guarini
1704Einweihung des neuen Heiligtums
1714Der Stadtrat erklärt die Consolata zur Beschützerin Turins
1729Ovales Presbyterium von Filippo Juvarra
1835Cholera-Epidemie; danach Säule mit Marienstatue auf der Piazza
1860Klassizistische Fassade
1899–1904Letzte Erweiterung unter Carlo Ceppi
2024Heiligsprechung des langjährigen Rektors Giuseppe Allamano

Quellen: Turismo Torino, Piemonte Italia, MuseoTorino, Missionari della Consolata, Vatican News.

Was du in der Kirche sehen solltest

Der Innenraum wirkt auf den ersten Blick verwinkelt: Guarinis Barockbau, Juvarras Presbyterium und die späteren Erweiterungen gehen ineinander über. Diese Stationen lohnen sich.

Hochaltar von Juvarra

Juvarras prunkvoller Hochaltar steht im ovalen Presbyterium. Zwei anbetende Engel aus weißem Marmor von Carlo Antonio Tantardini rahmen das Bild der wundertätigen Madonna – das Ziel der Pilger.

Ex-Voto-Galerie

Neben der Sakristei hängen über 2000 handgemalte Votivbilder. Gläubige ließen sie als Dank an die Consolata malen, nach Unglück, Krankheit oder Krieg – darunter Bilder aus dem Ersten Weltkrieg. Naive Volkskunst, die mehr über das Leben in Turin erzählt als manches Museum.

Madonna delle Grazie

Die Unterkapelle stammt noch aus der mittelalterlichen Kirche. Sie ist der Madonna delle Grazie geweiht und ein ruhiger Ort abseits des Hauptraums.

Kuppel und Barockräume

Schau nach oben: Die hohe, ausgemalte Kuppel und die ineinander übergehenden Räume zeigen, wie Guarini mit Licht und Raum gearbeitet hat.

Romanischer Glockenturm

Den Turm siehst du von außen, neben der Kirche. Er gehörte schon zur mittelalterlichen Kirche Sant’Andrea und ist der älteste Teil des Heiligtums.

Fest der Consolata am 20. Juni

Der 20. Juni ist der wichtigste Tag im Jahr der Consolata. Das Fest erinnert an die Legende von 1104 und gehört zu den volkstümlichsten Festen Turins. Das nächste Fest fällt auf Sonntag, 20. Juni 2027.

  • Novene: In den neun Tagen davor bereitet sich die Gemeinde mit Andachten auf das Fest vor.
  • Messen: Am Festtag selbst werden in der Consolata vom frühen Morgen bis zum Abend zahlreiche Messen gefeiert.
  • Prozession: Am Abend zieht eine große Prozession, angeführt vom Erzbischof, mit der silbernen Statue der Consolata durch die Altstadt. 2025 führte der Weg unter anderem über Corso Siccardi, die Piazza Palazzo di Città mit dem Rathaus, die Via Milano und Porta Palazzo zurück zur Piazza della Consolata.

Während der Prozession werden Bus- und Straßenbahnlinien in der Altstadt umgeleitet. Programm und Uhrzeiten veröffentlicht die Erzdiözese Turin jeweils kurz vor dem Fest auf diocesi.torino.it.

Öffnungszeiten, Eintritt und Messen

Die Consolata ist eine aktive Wallfahrtskirche. Du kannst sie täglich ohne Ticket besuchen.

InfoDetails
Öffnungszeitentäglich 8–19:30 Uhr (laut Turismo Torino)
Eintrittkein Ticket nötig
Messenmehrmals täglich; aktuelle Zeiten am Aushang und auf laconsolata.org
AdressePiazza della Consolata, 10122 Torino
Telefon+39 011 483 6111
Websitelaconsolata.org

Stand Oktober 2026. Während der Gottesdienste ist ein Rundgang nicht möglich – plane deinen Besuch zwischen den Messen.

Kleidung und Verhalten

Die Consolata ist kein Museum, sondern ein Ort des Gebets. Viele Besucher kommen zum Beten, Beichten oder Kerzenanzünden. Mit diesen Regeln bist du auf der sicheren Seite:

  • Kleidung: Schultern und Knie bedecken. Kurze Hosen, kurze Röcke und ärmellose Oberteile sind in italienischen Kirchen nicht erwünscht. Im Sommer hilft ein leichtes Tuch.
  • Während der Messe: nicht herumgehen, keine Fotos, leise bleiben. Setz dich dazu oder komm später wieder.
  • Fotos: Achte auf die Hinweise vor Ort und fotografiere betende Menschen nicht aus der Nähe.
  • Ex-Voto-Galerie: Die Bilder erzählen oft von Leid und Rettung. Nimm dir Zeit und bleib ruhig.
  • Am 20. Juni: Die Kirche ist am Festtag sehr voll. Für eine ruhige Besichtigung wähle einen anderen Tag.

Lage: Piazza della Consolata im Quadrilatero

Das Heiligtum liegt an der kleinen Piazza della Consolata im Nordwesten des Quadrilatero Romano. Den Platz ließ Vittorio Amedeo II. 1715 anlegen; dafür wurde eine Bastion der alten Stadtmauer abgerissen.

Auf dem Platz steht eine Granitsäule mit einer Marmorstatue der Madonna. Die Stadt errichtete sie als Dank, weil Turin von der Cholera-Epidemie des Jahres 1835 verschont geblieben war.

  • Vom Dom: rund 600 Meter Luftlinie durch die Gassen des Quadrilatero.
  • Von der Piazza Castello: rund 800 Meter Luftlinie.
  • Von Porta Palazzo: rund 300 Meter Luftlinie. Den Besuch kannst du gut mit dem Markt von Porta Palazzo verbinden.

Bus- und Straßenbahnverbindungen findest du auf unserer Seite zum Nahverkehr in Turin. Wer die Consolata in eine Tagesroute einbauen will, findet Vorschläge unter Turin an einem Tag und Turin in zwei Tagen.

Caffè Al Bicerin gegenüber

Direkt gegenüber dem Eingang, an der Piazza della Consolata 5, liegt das Caffè Al Bicerin. Giuseppe Dentis gründete es 1763. Das heutige Gebäude stammt von 1856. Drinnen stehen runde Tische aus weißem Marmor zwischen holzvertäfelten Wänden mit Spiegeln.

Das Café gab dem Bicerin seinen Namen: Kaffee, Schokolade und Milchrahm, im kleinen Glas geschichtet. Das Wort heißt auf Piemontesisch „kleines Glas“. Seit 2001 ist der Bicerin offiziell als traditionelles Getränk des Piemont anerkannt.

Öffnungszeiten: laut Café täglich 9–19:15 Uhr, mittwochs Ruhetag (mit einzelnen Ausnahmen). Plane deinen Besuch der Consolata also nicht auf einen Mittwoch, wenn du den Bicerin direkt anschließen willst.

Mehr über Bicerin, Gianduiotti und die anderen historischen Cafés liest du auf unserer Seite Schokolade, Bicerin und historische Cafés.

Führungen mit und rund um die Consolata

Eine reine Führung durch die Consolata gibt es bei den großen Buchungsportalen nicht. Unter den Touren, die wir geprüft haben, führt nur eine laut Programm in das Heiligtum. Die anderen beiden passen gut dazu: ein Rundgang durch die Altstadt und eine Schokoladentour mit Bicerin.

Don Bosco & Turins Heilige

Don Bosco & Turins Heilige

5,0 · 1 Bewertungen

⏱ 2,5 Stunden🗣 Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch

Private Führung über 2,5 Stunden auf den Spuren der „sozialen Heiligen“: Museo Casa Don Bosco in Valdocco, Basilika Maria Ausiliatrice, Orte von Cottolengo und Cafasso und das Santuario della Consolata. Ende am Palazzo Falletti di Barolo. Eintritte sind enthalten. Wählbar auf Italienisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch.

ab 172,00 €

Details & Buchung
Altstadt-Rundgang 2,5 Std.

Altstadt-Rundgang 2,5 Std.

4,4 · 27 Bewertungen

⏱ 3 Stunden🗣 Englisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch

Klassischer Rundgang durch das historische Zentrum mit Palazzo Madama, Palazzo Reale, Dom, Piazza San Carlo und dem Quadrilatero Romano, inklusive Espresso und Gianduiotti. Die Consolata ist nicht Teil des Programms – sie liegt aber am Rand des Viertels. Auf Englisch, Griechisch, Italienisch und Polnisch.

ab 87,00 €

Details & Buchung
Schokolade & Bicerin

Schokolade & Bicerin

⏱ 2 Stunden🗣 Englisch, Italienisch

Private Familienführung von 2 Stunden mit Schokoladenverkostung und Bicerin oder einem anderen Heißgetränk. Start an der Piazza Carignano, Stationen an Piazza San Carlo und Piazza Castello. Das Caffè Al Bicerin gehört nicht ausdrücklich dazu. Auf Englisch und Italienisch.

ab 175,00 €

Details & Buchung

Bei allen drei Angeboten ist laut Anbieter eine kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher möglich. Der Anbieter der Don-Bosco-Tour weist darauf hin, dass kurze Hosen, kurze Röcke und ärmellose Oberteile in den Kirchen nicht erwünscht sind.

Unter der Consolata: „Secret Underground Turin“

Die unterirdischen Räume der Consolata sind normalerweise geschlossen. Zugänglich sind sie bei der Führung „Secret Underground Turin“ des Turiner Veranstalters Somewhere, die Turismo Torino in seinem Programm führt. Sie verbindet drei Orte: einen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, die Räume unter der Consolata und die alten Eiskeller unter dem Mercato Centrale.

  • Termine: sonntags von 16:30 bis 18:30 Uhr, laut Turismo Torino von September 2026 bis Dezember 2028. Reservierung ist Pflicht.
  • Preis: 32,00 € regulär, 28,80 € mit der Torino + Piemonte Card, Kinder bis 11 Jahre frei (offizielle Angabe laut Turismo Torino).
  • Sprache: auf der Seite von Turismo Torino nicht angegeben – frag bei der Buchung nach.
  • Buchung: direkt beim Veranstalter über somewhere.it. Details auf turismotorino.org.

Rund um die Consolata mit der Torino Card

Die Consolata selbst kostet keinen Eintritt. In den Museen ringsum sparst du aber mit der Torino + Piemonte Card: Im Museo della Sindone zum Turiner Grabtuch und im MAO, dem Museum für asiatische Kunst, ist der Eintritt frei, ebenso in den nahen Musei Reali. Bei der Führung „Secret Underground Turin“ zahlst du mit der Karte weniger.

Mehr zur Torino Card
Torino + Piemonte Card

Weiter durchs Quadrilatero Romano

Von der Consolata sind es nur ein paar Minuten zu Dom und Grabtuch, zur Porta Palatina und zu den Gassen mit ihren Bars für den Aperitivo. Unser Spaziergang durch das römische Viertel verbindet alle Stationen.

Zum Quadrilatero Romano

Santuario della Consolata: häufige Fragen

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