Hochaltar von Juvarra
Juvarras prunkvoller Hochaltar steht im ovalen Presbyterium. Zwei anbetende Engel aus weißem Marmor von Carlo Antonio Tantardini rahmen das Bild der wundertätigen Madonna – das Ziel der Pilger.
Turins Marienheiligtum
Die Consolata ist die Kirche, an der das Herz vieler Turiner hängt: ein Barockbau von Guarini und Juvarra neben einem mittelalterlichen Glockenturm, voller gemalter Dankesbilder. Gegenüber serviert das Caffè Al Bicerin seit 1763 das berühmte Schichtgetränk.
Das Santuario della Consolata, offiziell das Heiligtum der Maria Consolatrice, der „Trösterin“, ist Turins großes Marienheiligtum. Die Madonna della Consolata ist die Schutzpatronin der Erzdiözese Turin. Für viele Turiner ist die Kirche mehr als eine Sehenswürdigkeit: Hier zünden sie Kerzen an, feiern Messe und hängen seit Jahrhunderten Bilder als Dank für Hilfe in der Not auf.
Die Kirche steht am Westrand des Quadrilatero Romano, des ältesten Viertels der Stadt. Von außen fallen drei Dinge auf: die klassizistische Säulenvorhalle, die Kuppel und daneben der schlichte Glockenturm, der viel älter ist als der Rest der Kirche.
Was dich erwartet:
Die Kirche selbst ist schnell besichtigt. Zusammen mit einem Bicerin und einem Spaziergang durch die Gassen wird daraus leicht ein halber Vormittag.
An dieser Stelle stand ursprünglich eine Kirche, die dem heiligen Andreas geweiht war. Laut Turismo Torino bestand sie schon im 10. Jahrhundert. Aus dem Mittelalter sind zwei Teile erhalten: der Glockenturm und die Unterkapelle der Madonna delle Grazie. Der Turm ist romanisch und deutlich älter als die heutige Kirche.
Die Verehrung der Consolata geht auf eine Legende zurück. 1104 soll ein blinder Mann aus Briançon in den Trümmern der Kirche ein verschollenes Marienbild gefunden und dabei sein Augenlicht wiedererlangt haben. Laut Überlieferung geschah das am 20. Juni. Seitdem feiert Turin an diesem Tag das Fest der Consolata mit einer Prozession.
1678 wurde die Kirche nach Plänen von Guarino Guarini grundlegend umgebaut und erweitert. Guarini schuf in Turin auch die Kapelle des Grabtuchs und die Kirche San Lorenzo. Das neue Heiligtum wurde 1704 eingeweiht.
1706 belagerten französische Truppen Turin. Nach dem Ende der Belagerung wandte sich die Stadt an die Consolata: 1714 erklärte der Stadtrat sie zur besonderen Beschützerin Turins. 1729 fügte Filippo Juvarra, der Architekt der Basilica di Superga, das ovale Presbyterium hinzu. Von ihm stammt auch der prunkvolle Hochaltar.
Die klassizistische Fassade mit der Säulenvorhalle entstand 1860. Von 1899 bis 1904 wurde die Kirche unter Leitung von Carlo Ceppi noch einmal erweitert. In diese Zeit fällt das Wirken von Giuseppe Allamano. Er leitete das Heiligtum fast 50 Jahre lang als Rektor und gründete 1901 die Missionare der Consolata. Am 20. Oktober 2024 wurde er heiliggesprochen.
Die wichtigsten Etappen im Überblick:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 10. Jahrhundert | Kirche Sant’Andrea besteht bereits |
| Mittelalter | Glockenturm und Unterkapelle Madonna delle Grazie |
| 1104 | Legende: Ein Blinder findet das Marienbild und wird geheilt |
| 1678 | Umbau nach Plänen von Guarino Guarini |
| 1704 | Einweihung des neuen Heiligtums |
| 1714 | Der Stadtrat erklärt die Consolata zur Beschützerin Turins |
| 1729 | Ovales Presbyterium von Filippo Juvarra |
| 1835 | Cholera-Epidemie; danach Säule mit Marienstatue auf der Piazza |
| 1860 | Klassizistische Fassade |
| 1899–1904 | Letzte Erweiterung unter Carlo Ceppi |
| 2024 | Heiligsprechung des langjährigen Rektors Giuseppe Allamano |
Quellen: Turismo Torino, Piemonte Italia, MuseoTorino, Missionari della Consolata, Vatican News.
Der Innenraum wirkt auf den ersten Blick verwinkelt: Guarinis Barockbau, Juvarras Presbyterium und die späteren Erweiterungen gehen ineinander über. Diese Stationen lohnen sich.
Juvarras prunkvoller Hochaltar steht im ovalen Presbyterium. Zwei anbetende Engel aus weißem Marmor von Carlo Antonio Tantardini rahmen das Bild der wundertätigen Madonna – das Ziel der Pilger.
Neben der Sakristei hängen über 2000 handgemalte Votivbilder. Gläubige ließen sie als Dank an die Consolata malen, nach Unglück, Krankheit oder Krieg – darunter Bilder aus dem Ersten Weltkrieg. Naive Volkskunst, die mehr über das Leben in Turin erzählt als manches Museum.
Die Unterkapelle stammt noch aus der mittelalterlichen Kirche. Sie ist der Madonna delle Grazie geweiht und ein ruhiger Ort abseits des Hauptraums.
Schau nach oben: Die hohe, ausgemalte Kuppel und die ineinander übergehenden Räume zeigen, wie Guarini mit Licht und Raum gearbeitet hat.
Den Turm siehst du von außen, neben der Kirche. Er gehörte schon zur mittelalterlichen Kirche Sant’Andrea und ist der älteste Teil des Heiligtums.
Der 20. Juni ist der wichtigste Tag im Jahr der Consolata. Das Fest erinnert an die Legende von 1104 und gehört zu den volkstümlichsten Festen Turins. Das nächste Fest fällt auf Sonntag, 20. Juni 2027.
Während der Prozession werden Bus- und Straßenbahnlinien in der Altstadt umgeleitet. Programm und Uhrzeiten veröffentlicht die Erzdiözese Turin jeweils kurz vor dem Fest auf diocesi.torino.it.
Die Consolata ist eine aktive Wallfahrtskirche. Du kannst sie täglich ohne Ticket besuchen.
| Info | Details |
|---|---|
| Öffnungszeiten | täglich 8–19:30 Uhr (laut Turismo Torino) |
| Eintritt | kein Ticket nötig |
| Messen | mehrmals täglich; aktuelle Zeiten am Aushang und auf laconsolata.org |
| Adresse | Piazza della Consolata, 10122 Torino |
| Telefon | +39 011 483 6111 |
| Website | laconsolata.org |
Stand Oktober 2026. Während der Gottesdienste ist ein Rundgang nicht möglich – plane deinen Besuch zwischen den Messen.
Die Consolata ist kein Museum, sondern ein Ort des Gebets. Viele Besucher kommen zum Beten, Beichten oder Kerzenanzünden. Mit diesen Regeln bist du auf der sicheren Seite:
Das Heiligtum liegt an der kleinen Piazza della Consolata im Nordwesten des Quadrilatero Romano. Den Platz ließ Vittorio Amedeo II. 1715 anlegen; dafür wurde eine Bastion der alten Stadtmauer abgerissen.
Auf dem Platz steht eine Granitsäule mit einer Marmorstatue der Madonna. Die Stadt errichtete sie als Dank, weil Turin von der Cholera-Epidemie des Jahres 1835 verschont geblieben war.
Bus- und Straßenbahnverbindungen findest du auf unserer Seite zum Nahverkehr in Turin. Wer die Consolata in eine Tagesroute einbauen will, findet Vorschläge unter Turin an einem Tag und Turin in zwei Tagen.
Direkt gegenüber dem Eingang, an der Piazza della Consolata 5, liegt das Caffè Al Bicerin. Giuseppe Dentis gründete es 1763. Das heutige Gebäude stammt von 1856. Drinnen stehen runde Tische aus weißem Marmor zwischen holzvertäfelten Wänden mit Spiegeln.
Das Café gab dem Bicerin seinen Namen: Kaffee, Schokolade und Milchrahm, im kleinen Glas geschichtet. Das Wort heißt auf Piemontesisch „kleines Glas“. Seit 2001 ist der Bicerin offiziell als traditionelles Getränk des Piemont anerkannt.
Öffnungszeiten: laut Café täglich 9–19:15 Uhr, mittwochs Ruhetag (mit einzelnen Ausnahmen). Plane deinen Besuch der Consolata also nicht auf einen Mittwoch, wenn du den Bicerin direkt anschließen willst.
Mehr über Bicerin, Gianduiotti und die anderen historischen Cafés liest du auf unserer Seite Schokolade, Bicerin und historische Cafés.
Eine reine Führung durch die Consolata gibt es bei den großen Buchungsportalen nicht. Unter den Touren, die wir geprüft haben, führt nur eine laut Programm in das Heiligtum. Die anderen beiden passen gut dazu: ein Rundgang durch die Altstadt und eine Schokoladentour mit Bicerin.

Private Führung über 2,5 Stunden auf den Spuren der „sozialen Heiligen“: Museo Casa Don Bosco in Valdocco, Basilika Maria Ausiliatrice, Orte von Cottolengo und Cafasso und das Santuario della Consolata. Ende am Palazzo Falletti di Barolo. Eintritte sind enthalten. Wählbar auf Italienisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch.
ab 172,00 €
Details & Buchung
Klassischer Rundgang durch das historische Zentrum mit Palazzo Madama, Palazzo Reale, Dom, Piazza San Carlo und dem Quadrilatero Romano, inklusive Espresso und Gianduiotti. Die Consolata ist nicht Teil des Programms – sie liegt aber am Rand des Viertels. Auf Englisch, Griechisch, Italienisch und Polnisch.
ab 87,00 €
Details & Buchung
Private Familienführung von 2 Stunden mit Schokoladenverkostung und Bicerin oder einem anderen Heißgetränk. Start an der Piazza Carignano, Stationen an Piazza San Carlo und Piazza Castello. Das Caffè Al Bicerin gehört nicht ausdrücklich dazu. Auf Englisch und Italienisch.
ab 175,00 €
Details & BuchungBei allen drei Angeboten ist laut Anbieter eine kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher möglich. Der Anbieter der Don-Bosco-Tour weist darauf hin, dass kurze Hosen, kurze Röcke und ärmellose Oberteile in den Kirchen nicht erwünscht sind.
Die unterirdischen Räume der Consolata sind normalerweise geschlossen. Zugänglich sind sie bei der Führung „Secret Underground Turin“ des Turiner Veranstalters Somewhere, die Turismo Torino in seinem Programm führt. Sie verbindet drei Orte: einen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, die Räume unter der Consolata und die alten Eiskeller unter dem Mercato Centrale.
Die Consolata selbst kostet keinen Eintritt. In den Museen ringsum sparst du aber mit der Torino + Piemonte Card: Im Museo della Sindone zum Turiner Grabtuch und im MAO, dem Museum für asiatische Kunst, ist der Eintritt frei, ebenso in den nahen Musei Reali. Bei der Führung „Secret Underground Turin“ zahlst du mit der Karte weniger.

Von der Consolata sind es nur ein paar Minuten zu Dom und Grabtuch, zur Porta Palatina und zu den Gassen mit ihren Bars für den Aperitivo. Unser Spaziergang durch das römische Viertel verbindet alle Stationen.
Nichts. Die Consolata ist eine aktive Wallfahrtskirche, du brauchst kein Ticket. Nur die Führung „Secret Underground Turin“ durch die unterirdischen Räume kostet Eintritt.
Laut Turismo Torino täglich von 8 bis 19:30 Uhr. Während der Messen ist kein Rundgang möglich. Aktuelle Messzeiten findest du am Aushang an der Kirche und auf laconsolata.org.
Jedes Jahr am 20. Juni. Am Abend zieht eine große Prozession mit der silbernen Statue der Consolata durch die Altstadt. 2027 fällt das Fest auf einen Sonntag.
Die Kirche wuchs über Jahrhunderte. Der Glockenturm stammt aus dem Mittelalter. 1678 baute Guarino Guarini die Kirche um, 1729 ergänzte Filippo Juvarra das ovale Presbyterium und den Hochaltar. Die Fassade entstand 1860, die letzten Erweiterungen von 1899 bis 1904 unter Carlo Ceppi.
Gemalte Dankesbilder von Gläubigen, die sich in Unglück, Krankheit oder Krieg von der Consolata gerettet fühlten. Über 2000 dieser Bilder hängen neben der Sakristei.
Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Kurze Hosen, kurze Röcke und ärmellose Oberteile sind in italienischen Kirchen nicht erwünscht.
Direkt gegenüber der Kirche an der Piazza della Consolata 5. Laut Café täglich von 9 bis 19:15 Uhr, mittwochs ist Ruhetag. Mehr dazu auf unserer Seite Schokolade, Bicerin und historische Cafés.
Eine reine Consolata-Führung bieten die großen Portale nicht an. Die private Tour „Don Bosco & Turins Heilige“ schließt das Heiligtum ein. Die unterirdischen Räume siehst du bei „Secret Underground Turin“, sonntags mit Reservierung.
Von der Piazza Castello sind es rund 800 Meter Luftlinie, vom Dom rund 600 Meter, von Porta Palazzo rund 300 Meter. Der Weg führt durch die Gassen des Quadrilatero Romano.
Die Kirche ist ohnehin frei zugänglich. Die Torino + Piemonte Card lohnt sich für die Museen in der Nähe, etwa das Museo della Sindone und die Musei Reali, und bringt einen Rabatt bei „Secret Underground Turin“.