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Anreise mit der Bahn

Bahnhöfe in Turin: Porta Nuova, Porta Susa und Lingotto

Turin hat zwei große Bahnhöfe: den historischen Kopfbahnhof Porta Nuova im Zentrum und den unterirdischen Durchgangsbahnhof Porta Susa. Hier erfährst du, wo welcher Zug hält, wie du weiterkommst und was du beim Ticket beachten musst.

  • Porta Nuova und Porta Susa mit eigener Metro-Station
  • Frecciarossa nach Mailand in rund einer Stunde
  • Zug zum Flughafen ab Porta Susa in etwa 30 Minuten
  • Paris–Turin: Sperrung bis 9. Oktober 2026
Bahnhof Torino Porta Nuova, gesehen aus den Gärten der Piazza Carlo Felice
Foto: Piermario Eva / Unsplash

Die Bahnhöfe von Turin im Überblick

Für die meisten Besucher zählen nur zwei Bahnhöfe: Porta Nuova und Porta Susa. Lingotto ist wichtig, wenn du in den Süden der Stadt oder Richtung Ligurien willst.

BahnhofLageZügeMetro
Torino Porta NuovaZentrum, Piazza Carlo FeliceFrecciarossa, Italo, Regional- und S-Bahn-Züge (SFM)Porta Nuova
Torino Porta SusaWestrand des Zentrums, Piazza XVIII DicembreFrecciarossa, Italo, TGV und Frecciarossa nach Frankreich, Regionalzüge, SFM, FlughafenzugPorta Susa
Torino LingottoSüden, an der Strecke nach GenuaRegional- und S-Bahn-Züge, auch Richtung LigurienItalia ’61 (mit dem Bahnhof verbunden)
Torino SturaNordenS-Bahn-Züge (SFM)–

Quellen: Stationsseiten von RFI und muoversiatorino.it, Stand Oktober 2026.

Torino Porta Nuova: der Hauptbahnhof im Zentrum

Porta Nuova ist der Hauptbahnhof von Turin. Er liegt mitten in der Stadt am Corso Vittorio Emanuele II, vor dem Eingang erstreckt sich die Gartenanlage der Piazza Carlo Felice. Von hier führt die Via Roma mit ihren Arkaden geradeaus bis zur Piazza Castello.

Geschichte: Der Bahnhof wurde 1864 eröffnet. Das Gesamtprojekt stammt vom Ingenieur Alessandro Mazzucchetti, der Bau begann 1861. Schon damals trennte die Planung Ankunft und Abfahrt und sah großzügige Hallen und drei Wartesäle vor. Der Wartesaal der ersten Klasse, die Sala Gonin, ist mit Fresken des Turiner Malers Francesco Gonin ausgemalt, dazu kommen Holzvertäfelungen aus dem 18. Jahrhundert und ein Kronleuchter aus Murano-Glas. Der Saal ist normalerweise geschlossen; die Stiftung Fondazione FS öffnet ihn gelegentlich für Besucher.

Züge: Porta Nuova ist ein Kopfbahnhof mit 20 Gleisen. Hier fahren Hochgeschwindigkeitszüge von Trenitalia (Frecciarossa) und Italo, unter anderem nach Mailand, Rom, Neapel und Salerno, außerdem Regionalzüge und S-Bahn-Linien, etwa die SFM3 in das Susatal Richtung Susa und Bardonecchia.

Weiterkommen: Unter dem Bahnhof hält die Metro an der Station Porta Nuova. Vor dem Bahnhof fahren Busse und Straßenbahnen, außerdem gibt es Taxis und Leihräder. Die Flughafenbusse von Arriva (Linie 268) und flibco halten an der Piazza Carlo Felice.

Service: Im Bahnhof findest du Fahrkartenschalter, Automaten, Bars, Kiosk, Apotheke und WLAN. Reisende mit eingeschränkter Mobilität bekommen Hilfe in der Sala Blu von RFI, täglich von 7:45 bis 22:30 Uhr.

Gepäckaufbewahrung an den Bahnhöfen

Porta Nuova: Im Bahnhof gibt es eine Gepäckaufbewahrung von KiPoint im Erdgeschoss an Gleis 1. Laut Turismo Torino ist sie täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Aktuelle Preise findest du auf turismotorino.org.

Porta Susa: RFI nennt für Porta Susa keine Gepäckaufbewahrung im Bahnhof. In der Nähe beider Bahnhöfe gibt es private Anbieter mit Schließfächern oder Annahmestellen. Eine Übersicht hat Turismo Torino unter Luggage storage.

Tipp für den Abreisetag: Wenn dein Zug erst abends fährt, gibst du das Gepäck am Bahnhof ab und besuchst vorher noch das Ägyptische Museum. Es liegt 10 bis 15 Minuten zu Fuß von Porta Nuova entfernt.

Torino Porta Susa: Glasbau über unterirdischen Gleisen

Porta Susa ist der zweitgrößte Bahnhof der Stadt und seit 2013 in Betrieb. Der Neubau entstand mit dem sogenannten Passante ferroviario: Die Bahnstrecke quer durch Turin wurde unter die Erde gelegt, die Bahnsteige liegen rund 21 Meter tief.

Architektur: Entworfen hat den Bahnhof das Büro AREP mit Silvio d’Ascia und Agostino Magnaghi. Über den Gleisen spannt sich eine Galerie aus Stahl und Glas, rund 385 Meter lang und 30 Meter breit. In die Glasflächen sind Solarzellen eingebaut. Vorbild waren die großen Bahnhofshallen des 19. Jahrhunderts.

Züge: Porta Susa ist ein Durchgangsbahnhof. Hier halten Hochgeschwindigkeitszüge von Trenitalia und Italo, dazu Regional- und S-Bahn-Züge. Auch die Züge nach Frankreich (TGV INOUI und Frecciarossa nach Lyon und Paris) und der Zug zum Flughafen fahren ab Porta Susa.

Weiterkommen: Die Metro hält direkt im Bahnhof an der Station Porta Susa. Busse fahren an der Piazza XVIII Dicembre, dort hält auch der Venaria Express zur Reggia di Venaria. Am Busterminal starten Überlandbusse in die Region. Alle sechs Gleise sind über Aufzüge erreichbar.

Lingotto, Stura und Dora

Torino Lingotto liegt im Süden der Stadt an der Strecke nach Genua. Hier halten Regional- und S-Bahn-Züge, unter anderem Richtung Ligurien (Genua, Savona, Ventimiglia) und die SFM4 nach Alba. Der Bahnhof ist mit der Metro-Station Italia ’61 verbunden. Zum Lingotto-Gebäude mit Pista 500 und Pinacoteca Agnelli gehst du etwa 20 Minuten über die Passerella Olimpica oder fährst rund 15 Minuten mit dem Bus 18. Ab Bahnhof Lingotto fährt außerdem der Bus 41 in etwa 20 Minuten zum Jagdschloss Stupinigi.

Torino Stura im Norden der Stadt ist ein Halt für S-Bahn-Züge (SFM). Für Besucher ist er selten wichtig. Manche Züge der SFM4 aus Alba enden hier.

Torino Dora: Der alte Bahnhof wurde 2009 für den Bau des Passante ferroviario geschlossen. Ein neuer unterirdischer Halt ist geplant, die Stadt rechnet mit der Eröffnung bis 2028. Derzeit kannst du hier also nicht ein- oder aussteigen.

Schnellzüge: Mailand, Rom und Paris

Turin ist an das italienische Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Frecciarossa (Trenitalia) und Italo verbinden die Stadt mit Mailand, Rom, Neapel und Salerno. Für die Schnellzüge brauchst du eine Fahrkarte mit Platzreservierung, die du am besten vorab online kaufst.

VerbindungFahrzeitBahnhof in TurinHinweis
Turin – Mailand (Frecciarossa)rund 1 StundePorta Susa, Porta NuovaItalo bietet zusätzlich 13 Züge täglich je Richtung an
Turin – Rom (Italo)im Schnitt gut 4 StundenPorta Nuova13 Italo-Züge täglich je Richtung, auch Frecciarossa
Turin – Paris (TGV INOUI, Frecciarossa)Paris–Mailand unter 7 Stunden, Turin liegt auf dem WegPorta Susabis 9. Oktober 2026 unterbrochen

Fahrzeiten laut SBB (Mailand), Italo (Rom) und Trenitalia France (Paris), Stand Oktober 2026. Die genaue Dauer hängt vom Zug ab.

Paris–Turin: aktueller Stand der Fréjus-Strecke

Die Züge zwischen Paris und Italien fahren über Lyon, Chambéry und den Fréjus-Tunnel bei Modane. Nach einem Felssturz in der Maurienne war die Strecke 19 Monate gesperrt. Seit April 2025 fahren wieder direkte Züge: Trenitalia France bietet zwei Frecciarossa-Verbindungen pro Tag und Richtung an, mit Halten in Paris Gare de Lyon, Lyon Part-Dieu, Chambéry, Saint-Jean-de-Maurienne, Modane, Oulx, Turin Porta Susa und Mailand. Dazu kommen die TGV INOUI der SNCF ab Paris Gare de Lyon.

Wichtig für Herbst 2026: Vom 12. September bis einschließlich 9. Oktober 2026 fahren wegen Bauarbeiten am Bahnknoten Saint-Jean-de-Maurienne keine direkten Züge zwischen Paris und Turin oder Mailand. Ab dem 10. Oktober sollen sie wieder auf der bisherigen Strecke fahren. Prüfe vor der Buchung den aktuellen Fahrplan bei SNCF oder Trenitalia.

Auch auf italienischer Seite wird gebaut: Bis 9. Oktober 2026 gibt es auf der S-Bahn-Linie SFM3 zwischen Bussoleno und Bardonecchia Fahrplanänderungen, Ausfälle und Ersatzbusse.

Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa vor Bergkulisse
Foto: Barbara Rubele / Pexels

Mit dem Zug aus Deutschland und der Schweiz

Direkte Züge aus Deutschland nach Turin gibt es nicht. Du hast zwei Wege:

  • Über die Schweiz und Mailand: EuroCity-Züge fahren direkt von Zürich, Basel, Bern, Genf und Lugano nach Mailand. Ab Zürich gibt es laut SBB zehn direkte Züge pro Tag, die schnellsten brauchen gut drei Stunden. In Mailand steigst du in einen Frecciarossa, Italo oder Regionalzug nach Turin um; mit dem Schnellzug bist du in rund einer Stunde da. Aus Süddeutschland kannst du alternativ über den Brenner nach Verona und weiter über Mailand fahren.
  • Über Frankreich: Von Westdeutschland aus geht es mit dem Schnellzug nach Paris und von dort mit TGV INOUI oder Frecciarossa direkt nach Turin Porta Susa. Beachte die Sperrung bis 9. Oktober 2026.

Kommst du mit dem Flugzeug, erreichst du die Stadt vom Flughafen Turin-Caselle mit dem Zug nach Porta Susa oder mit dem Bus nach Porta Nuova und Porta Susa. Alle Wege vergleicht unsere Seite zum Flughafentransfer.

Regionalzüge und S-Bahn (SFM)

Für Ausflüge in die Umgebung nutzt du die Regionalzüge von Trenitalia und die S-Bahn von Turin, den Servizio Ferroviario Metropolitano (SFM). Welcher Bahnhof für deine Linie gilt, zeigt dir die Fahrplanauskunft von Trenitalia.

  • Alba und Langhe: Die SFM4 fährt im Stundentakt zwischen Turin (Porta Susa, Lingotto) und Alba. Mehr dazu auf der Seite Alba und Trüffel.
  • Sacra di San Michele: Ab Porta Nuova mit dem Zug nach Avigliana und weiter mit dem Bus, bis 31. Oktober 2026 an Wochenenden und Feiertagen.
  • Venaria Reale: Die S-Bahn hält an der Station „Reggia di Venaria“, etwa 500 Meter vom Schloss entfernt.
  • Susatal: Die SFM3 verbindet Porta Nuova mit Susa und Bardonecchia.

Weitere Ziele findest du bei den Ausflugszielen im Piemont.

Tickets: so fährst du richtig

Bei Regionalzügen in Italien kommt es auf die Entwertung an. Wer mit einem nicht entwerteten Papierticket kontrolliert wird, zahlt den vollen Fahrpreis plus Strafe.

  1. Papierticket vor der Abfahrt entwerten

    Ein Regionalticket aus Papier entwertest du vor der Abfahrt an einem der Entwerter im Bahnhof, in dem deine Fahrt beginnt. Ab der Entwertung hast du vier Stunden Zeit, um ans Ziel zu kommen (einzelne Regionaltarife haben Ausnahmen).

  2. Digitales Regionalticket gilt für einen Zug

    Kaufst du das Regionalticket in der App oder online, wählst du einen bestimmten Zug. Das Ticket wird zur planmäßigen Abfahrt automatisch entwertet und gilt nur für diesen Zug. Bis 23:59 Uhr am Vortag kannst du Datum und Uhrzeit beliebig ändern, am Reisetag die Uhrzeit bis zur Abfahrt.

  3. Schnellzüge vorab buchen

    Frecciarossa- und Italo-Tickets gelten für einen bestimmten Zug mit Sitzplatz. Sie müssen nicht entwertet werden. Die Preise ändern sich je nach Nachfrage, früh buchen lohnt sich meist.

  4. Metro und Bus extra

    Für Metro, Bus und Straßenbahn brauchst du ein GTT-Ticket, das Bahnticket gilt dort nicht. Am einfachsten zahlst du kontaktlos mit der Bankkarte an der Metro-Sperre. Alle Tarife stehen auf unserer Seite zum Nahverkehr in Turin.

Welcher Bahnhof für welches Ziel?

Kommt dein Zug in beiden Bahnhöfen an, wähle den, der näher an deinem Ziel liegt. Zwischen Porta Susa und Porta Nuova liegen drei Metro-Stationen.

Porta Nuova

Am besten für die südliche Innenstadt rund um Via Roma und Piazza San Carlo, für das Ägyptische Museum (10 bis 15 Minuten zu Fuß) und für das Ausgehviertel San Salvario direkt neben dem Bahnhof. Zu den Musei Reali an der Piazza Castello sind es etwa 20 Minuten zu Fuß.

Porta Susa

Praktisch für die Westseite des Zentrums und das Viertel Quadrilatero Romano, für den Zug zum Flughafen und den Venaria Express. Zu den Musei Reali gehst du etwa 25 Minuten.

Lingotto

Gut für das Lingotto-Gebäude, die Messe und den Süden der Stadt mit dem Automobilmuseum MAUTO, außerdem für den Bus nach Stupinigi.

Erster Überblick: Hop-on-Hop-off-Bus

Du kommst an und willst die Stadt erst einmal im Überblick sehen? Die Busse von City Sightseeing starten an der Piazza Castello, etwa 20 Minuten zu Fuß von Porta Nuova über die Via Roma.

Hop-on-Hop-off-Bus Turin

Hop-on-Hop-off-Bus Turin

4,3 · 56 Bewertungen

Ein Ticket für alle Linien, 24 oder 48 Stunden gültig. Audioguide in acht Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch und Chinesisch. Laut Anbieter kostenlos stornierbar bis 24 Stunden vorher.

ab 28,00 €

Details & Buchung

Linien und Fahrplan: siehe unsere Seite zum Hop-on-Hop-off-Bus.

Torino Card: günstiger vom Bahnhof zum Flughafen

Mit der Torino + Piemonte Card fährst du im Flughafenbus von Arriva ermäßigt, der ab Porta Nuova und Porta Susa fährt. Vor allem aber hast du freien Eintritt in die meisten Museen und Königsresidenzen der Stadt.

Mehr zur Torino Card
Torino + Piemonte Card

Bahnhöfe in Turin: häufige Fragen

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