Caffè Al Bicerin
Seit 1763 an der Piazza della Consolata 5. Das Café des Bicerin, mit Marmortischen und Holzvertäfelung (siehe oben).
Turins süße Seite
Turin nennt sich selbst Hauptstadt der italienischen Schokolade. Hier entstand 1865 der Gianduiotto, hier trinkst du den Bicerin im Café, das ihm den Namen gab – und im Choco-Story-Museum siehst du, wie aus Kakao Gianduja wird.
ab12,00 €pro Person
Choco-Story-Ticket ansehen
Turin blickt auf eine jahrhundertelange Tradition in der Schokoladenherstellung zurück. Das Fremdenverkehrsamt Turismo Torino nennt die Stadt „die Hauptstadt der italienischen Schokolade“. Unter den Arkaden im Zentrum findest du bis heute historische Confiserien, Konditoreien und Cafés, die ihre eigenen Pralinen herstellen.
Der Gianduiotto ist das Symbol dieser Tradition. Die Praline hat die Form eines umgedrehten Bootes und besteht aus Kakao, Zucker und Haselnüssen der Piemonteser Sorte „Tonda Gentile“. Offiziell entstand der Gianduiotto 1865 in der Werkstatt der Firma Prochet Gay e C. an der Piazza San Carlo. Die Masse aus Schokolade und Haselnuss heißt Gianduja – daher der Name.
Der Cremino ist die zweite Turiner Praline, die du kennen solltest: eine dreischichtige Praline aus Gianduja-Schokolade und Haselnusscreme. Laut Turismo Torino hat ihn Ferdinando Baratti erfunden, einer der beiden Gründer von Baratti & Milano.
Wenn du Turins Schokolade mit einem Guide entdecken willst, findest du auf unserer Seite zu den Food-Touren in Turin auch Rundgänge mit herzhaften Stopps, Wein und Wermut.

„Bicerin“ heißt auf Piemontesisch „kleines Glas“. Darin werden drei Zutaten geschichtet: Kaffee, Schokolade und Milchrahm. Die genauen Mengen bleiben ein Geheimnis. Serviert wird der Bicerin im Glas, damit du die Schichten siehst.
Das Getränk ging aus der Bavareisa hervor, die im 18. Jahrhundert in Mode war. Anfangs gab es die Zutaten getrennt in drei kleinen Gläsern, den „stisse“, die man selbst mischte. Seit dem 19. Jahrhundert kommt der Bicerin als ein Getränk auf den Tisch. Seit 2001 ist er offiziell als „traditionelles Getränk des Piemont“ anerkannt. Zu seinen Anhängern zählte Camillo Benso Graf von Cavour.
Das Café, das dem Getränk den Namen gab, liegt an der Piazza della Consolata 5, gegenüber dem Eingang des Santuario della Consolata. Gegründet hat es 1763 der Likörhändler Giuseppe Dentis. Das heutige Gebäude entstand 1856 nach Plänen des Architekten Carlo Promis.
Drinnen erwarten dich Holzvertäfelungen mit Spiegeln, die typischen runden Tische aus weißem Marmor und eine Theke aus Holz und Marmor. Über Jahrzehnte führten Frauen das Café, darunter Ida Cavalli von 1917 bis 1971 und Maritè Costa von 1983 bis 2015. 2001 kürte der Gambero Rosso das Al Bicerin zur besten Bar Italiens. Den Ecktisch, an dem Cavour gesessen haben soll, gibt es noch heute.
Verbinde den Besuch mit einem Blick in das Santuario della Consolata direkt gegenüber. Öffnungszeiten findest du auf bicerin.it.
Laut Turismo Torino wurde die Geschichte der italienischen Einigung und der Literatur des 20. Jahrhunderts zu großen Teilen an Caféhaustischen geschrieben. Zu den Gästen zählten Cavour, Alexandre Dumas, der 1852 in Turin war, Friedrich Nietzsche, Guido Gozzano und Cesare Pavese. Diese Cafés kannst du heute noch besuchen:
Seit 1763 an der Piazza della Consolata 5. Das Café des Bicerin, mit Marmortischen und Holzvertäfelung (siehe oben).
Seit 1780 in der Via Po 8. Hier verkehrten Rattazzi, D’Azeglio und Cavour. König Carlo Alberto soll jeden Morgen gefragt haben: „Was sagt man im Fiorio?“ Bekannt für Eis, vor allem Gianduja-Eis, und heiße Schokolade. Montags geschlossen.
1858 von den Konditoren Ferdinando Baratti und Edoardo Milano gegründet. Das Café liegt an der Piazza Castello 27, am Eingang der Galleria Subalpina, mit Jugendstil-Ausstattung. Heimat des Cremino.
Seit 1822 unter den Arkaden der Piazza San Carlo 156, im Palazzo Turinetti di Priero. Im Risorgimento ein Treffpunkt von Politikern, Intellektuellen und Künstlern.
Seit 1903 an der Piazza San Carlo und laut dem offiziellen Tourismusportal Italiens das bekannteste Café des Platzes. Pavese, Einaudi und De Gasperi gehörten zu den Stammgästen.
Seit 1907 an der Piazza Castello 15, nur 31 Quadratmeter groß, mit Boiserien aus Bronze, Holz und Messing. Laut Turismo Torino erfand Angela Demichelis Nebiolo hier 1926 den Tramezzino.
Am Corso Vittorio Emanuele II 72, mit originaler Jugendstil-Einrichtung. Treffpunkt von Cesare Pavese und Giulio Einaudi; das Haus stellt eigene Pralinen und Gianduiotti her.
An der Piazza Vittorio Veneto 5. Seit dem späten 19. Jahrhundert ein Treffpunkt von Studenten, Künstlern und Intellektuellen der nahen Accademia Albertina und Universität. Laut dem Verband der historischen Cafés verfeinerte Giuseppe Carpano hier zwischen 1889 und 1902 sein Wermut-Rezept.
Seit 1884 an der Piazza Carignano 8. 1939 erfand Pepino den „Pinguino“, laut Turismo Torino das erste Eis am Stiel mit Schokoladenüberzug.
An der Piazzetta Reale 1 im Königspalast, in der einstigen Hoffruchtkammer. Hier gibt es die „Merenda Reale“, eine Nachmittagsjause nach höfischem Vorbild (siehe unten). Mehr zum Palast auf unserer Seite zu den Musei Reali.
Die meisten Cafés liegen zwischen Piazza Castello, Piazza San Carlo und Via Po – du kannst sie gut zu Fuß verbinden.
| Café | Seit | Adresse | Bekannt für |
|---|---|---|---|
| Caffè Al Bicerin | 1763 | Piazza della Consolata 5 | Bicerin |
| Caffè Fiorio | 1780 | Via Po 8 | Gianduja-Eis, heiße Schokolade |
| Caffè San Carlo | 1822 | Piazza San Carlo 156 | Risorgimento-Geschichte |
| Baratti & Milano | 1858 | Piazza Castello 27 | Cremino, Gianduiotti |
| Pepino | 1884 | Piazza Carignano 8 | Pinguino (Eis am Stiel) |
| Caffè Torino | 1903 | Piazza San Carlo | Treffpunkt der Intellektuellen |
| Caffè Mulassano | 1907 an der Piazza Castello | Piazza Castello 15 | Tramezzini |
| Caffè Platti | 19. Jh. | Corso Vittorio Emanuele II 72 | Pralinen, Gianduiotti |
| Caffè Elena | 19. Jh. | Piazza Vittorio Veneto 5 | Pavese, Wermut-Geschichte |
Gründungsjahre und Adressen laut Turismo Torino, piemonteitalia.eu und den Websites der Cafés. Öffnungszeiten ändern sich – prüf sie vor dem Besuch auf der Website des Cafés.
Das Museo del Cioccolato e del Gianduja liegt in der Via Paolo Sacchi 38, in den Kellerräumen der historischen Konditorei Pfatisch, nahe dem Bahnhof Porta Nuova. Dort, wo Pfatisch früher Schokolade produzierte, erzählen mehr als 700 Objekte die Geschichte des Kakaos – von den Maya bis zur Turiner Gianduja. Zu sehen sind auch Maschinen aus der alten Pfatisch-Werkstatt.
Choco-Story gehört zu einer Kette von Schokoladenmuseen mit 14 Standorten weltweit. Mit der Torino + Piemonte Card ist der Eintritt laut Turismo Torino frei.

Die regulären Preise an der Kasse und auf der Museumswebsite:
| Ticket | Offizieller Eintritt |
|---|---|
| Erwachsene | 12,00 € |
| Ermäßigt: 12 bis 26 Jahre, ab 65 Jahren, Studierende | 10,00 € |
| Kinder von 3 bis 11 Jahren | 7,00 € |
| Kinder unter 3 Jahren | frei |
| Mit Torino + Piemonte Card | frei |
Offizielle Preise laut choco-story-torino.it und Turismo Torino, Stand Oktober 2026.
Beide Anbieter führen das Museumsticket mit Audioguide und Schokoladenverkostung. Der größte Unterschied ist die Stornierung.
| Anbieter | Enthalten | Stornierung | Preis ab |
|---|---|---|---|
| GetYourGuide | Eintritt, Audioguide, Verkostung (weiße, dunkle und Milchschokolade, Gianduiotti) | kostenlos bis 24 Stunden vorher | 12,00 € |
| Tiqets | Eintritt, Audioguide, Verkostung; ohne Sonderausstellungen | nicht erstattbar, nicht umbuchbar | 12,00 € |
Stornobedingungen laut Produktseite am 01.10.2026. Preise live, pro Person.
Kurze Erlebnisse von einer bis anderthalb Stunden – gut für einen Nachmittag oder einen Regentag.

45 Minuten Workshop: Du stellst eigene Pralinen und kleine Schokoladentafeln her und nimmst sie mit. Dazu gibt es den Museumsbesuch mit Audioguide. Workshop auf Italienisch, Englisch oder Französisch.
Laut Anbieter ab 7 Jahren; Kinder von 7 bis 12 nur mit einem Erwachsenen mit Ticket.
ab 39,00 €
Workshop ansehen
Start mit einem Bicerin oder Marocchino in einem historischen Café, danach ein Spaziergang und eine Verkostung von sechs Schokoladen, darunter Gianduja- und Bean-to-Bar-Pralinen, mit einem Glas Barolo Chinato. Auf Englisch und Italienisch, höchstens zehn Personen.
Treffpunkt laut Anbieter: Caffè Elena, Piazza Vittorio Veneto 5/B.
ab 43,00 €
Schokoladenkurs ansehen
Geführte Verkostung italienischer und internationaler Bean-to-Bar-Schokoladen in einer kleinen Schokoladenboutique. Du lernst, wie Schokolade hergestellt wird und wie man sie verkostet. Auf Englisch, Französisch und Italienisch, höchstens acht Personen.
ab 36,00 €
Verkostung ansehen
Die höfische Nachmittagsjause in der Caffetteria Reale: heiße Schokolade nach einem Rezept aus dem 18. Jahrhundert, sieben traditionelle Gebäckstücke und zwei Turiner Pralinen. Auf Italienisch, Englisch und Französisch.
Das Café liegt links im Innenhof des Königspalastes, Zugang von der Piazza Castello.
ab 19,00 €
Merenda Reale ansehenBei allen vier Angeboten ist laut Produktseite eine kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher möglich.
Mit einem Guide durch die Altstadt, von Confiserie zu Café. Die Touren unterscheiden sich vor allem in Sprache, Gruppengröße und Dauer.

Rundgang über Piazza Castello, Dom, Porte Palatine und Palazzo Madama mit Gianduiotto-Verkostung in einer Schokoladenboutique. Angeboten auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch, Japanisch und Chinesisch, auch als Privattour.
Treffpunkt laut Anbieter: Piazza San Carlo am Denkmal. Kostenlose Stornierung laut Produktseite bis zwei Tage vorher.
ab 138,00 €
Stadtführung ansehen
Durch das barocke Zentrum zu Konditoreien und Chocolatiers. An mindestens vier Stopps probierst du Schokolade, Gebäck, Bicerin, Cremini oder Gianduiotti und Gelato. Auf Englisch und Italienisch, höchstens zwölf Personen.
Treffpunkt laut Anbieter: Piazza San Carlo, vor der Kirche Santa Cristina.
ab 69,00 €
Schokoladentour ansehen
Sechs Bean-to-Bar-Schokoladen, darunter Gianduiotto und Cremino, dazu zwei Weine aus der Region sowie Wurst und Käse. Auf Englisch und Italienisch.
Treffpunkt laut Anbieter: Caffè Elena, Piazza Vittorio Veneto 5/B.
ab 69,00 €
Schokolade & Wein ansehen
Private Tour für Familien mit verschiedenen Schokoladen und einem Bicerin oder einem anderen heißen Getränk; der Guide erzählt die Geschichte der Turiner Schokolade. Auf Englisch und Italienisch.
Treffpunkt laut Anbieter: Piazza Carignano, vor dem Palazzo Carignano.
ab 175,00 €
Familientour ansehenBei der Schokoladentour, der Schokoladen- und Weinprobe und der Familientour ist laut Produktseite eine kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher möglich.
Eine handwerkliche Manufaktur in der Strada Vivero 75b in Moncalieri, südlich von Turin: Du siehst, wie aus gerösteten Kakaobohnen Gianduiotti werden, und verkostest danach Schokoladen und Gianduja-Creme. Die Führung dauert rund eine Stunde, auf Italienisch oder Englisch. Beide Anbieter führen sie, vor Ort gibt es Parkplätze.

Führung durch das Labor mit Verkostung verschiedener Schokoladen und Gianduja-Creme. Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher laut Produktseite.
ab 45,00 €
Bei GetYourGuide ansehen
Führung mit Verkostung von Gianduiotto, Single-Origin-Schokoladen und Streichcreme. Kostenlose Stornierung und Umbuchung bis 24 Stunden vorher laut Produktseite; höchstens 15 Personen.
ab 45,00 €
Bei Tiqets ansehenEinmal im Jahr wird die Piazza Vittorio Veneto zum Schokoladenmarkt. Beim Festival CioccolaTò stellen Chocolatiers, Konditoren, Eismacher und Likörhersteller an rund 70 Ständen aus, dazu kommen Veranstaltungen in historischen Gebäuden der Stadt. Organisiert wird es von Turismo Torino e Provincia, gefördert von der Handelskammer und der Stadt Turin.
Programm und Öffnungszeiten veröffentlicht der Veranstalter auf cioccola.to.it.


Mit der Torino + Piemonte Card hast du laut Turismo Torino freien Eintritt ins Choco-Story-Museum und ins Lavazza Museum – und in Turins große Museen vom Ägyptischen Museum bis zu den Musei Reali.

Wermut, Wein aus dem Piemont, Aperitivo und Street Food: Auf unserer Seite zu den Food-Touren findest du Rundgänge und Verkostungen mit herzhaften Stopps.

Ein Turiner Heißgetränk aus Kaffee, Schokolade und Milchrahm, das in Schichten in einem kleinen Glas serviert wird. „Bicerin“ heißt auf Piemontesisch „kleines Glas“. Seit 2001 ist er offiziell als traditionelles Getränk des Piemont anerkannt.
Das Original gibt es im Caffè Al Bicerin an der Piazza della Consolata 5, das dem Getränk seinen Namen gab. Auch andere historische Cafés und mehrere Schokoladentouren servieren Bicerin.
Seit 1763. Gegründet hat es Giuseppe Dentis gegenüber dem Santuario della Consolata. Das heutige Gebäude stammt von 1856.
Eine Praline in Form eines umgedrehten Bootes aus Kakao, Zucker und Piemonteser Haselnüssen der Sorte Tonda Gentile. Sie entstand 1865 in Turin, in der Werkstatt von Prochet Gay e C. an der Piazza San Carlo.
Gianduja ist die Masse aus Schokolade und Haselnüssen. Der Gianduiotto ist die daraus geformte Praline in Bootsform. Der Cremino ist eine dreischichtige Praline aus Gianduja-Schokolade und Haselnusscreme, laut Turismo Torino eine Erfindung von Ferdinando Baratti.
Klassiker sind das Caffè Al Bicerin (1763), das Caffè Fiorio (1780) in der Via Po, das Caffè San Carlo (1822), Baratti & Milano (1858) an der Piazza Castello, das Caffè Torino (1903) und das kleine Mulassano. Fiorio, Baratti & Milano, Mulassano und die Cafés an der Piazza San Carlo liegen nah beieinander.
Regulär 12,00 €, ermäßigt 10,00 € (12 bis 26 Jahre, ab 65, Studierende), Kinder von 3 bis 11 Jahren 7,00 €. Kinder unter 3 und Inhaber der Torino + Piemonte Card haben freien Eintritt.
Täglich von 10 bis 18 Uhr. Für den Besuch mit Audioguide und Verkostung rechnen die Anbieter mit ein bis anderthalb Stunden.
Ja. Der Audioguide ist im Eintritt enthalten und auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch verfügbar.
2026 fand das Festival vom 13. bis 17. Februar an der Piazza Vittorio Veneto statt. Die nächste Ausgabe ist vom 10. bis 14. Februar 2027 angekündigt, der 10. Februar ist Fachbesuchern vorbehalten.
Ja, die Stadtführung mit Schokoladenverkostung auf dieser Seite wird unter anderem auf Deutsch angeboten. Die meisten anderen Schokoladentouren laufen auf Englisch und Italienisch. Im Choco-Story-Museum hilft dir der deutsche Audioguide.